Inoperable kolorektale Lebermetastasen: Zusatz von Lebertransplantation zur Chemotherapie verbessert Überleben drastisch3. Januar 2025 Bild: ©ClareM – stock.adobe.com Bei ausgewählten Patienten mit permanent inoperablen kolorektalen Lebermetastasen verbesserte eine Lebertransplantation plus Chemotherapie mit vorrangiger Organzuteilung vs. Chemotherapie allein das Überleben signifikant. Diese Ergebnisse der TransMet-Studie stützten die Validierung der Lebertransplantation als neue Standardoption für Patienten, mit permanent inoperablen Metastasen, die ausschließlich die Leber betreffen, führt das Team um Erstautor Prof. René Adam vom Hôpital Paul Brousse in Villejuif, Frankreich, aus. Bei TransMet handelte es sich eine multizentrische, unverblindete, prospektive, randomisierte kontrollierte Studie, die an 20 Zentren der Tertiärversorgung in Europa durchgeführt wurde. Als geeignet galten Patienten im Alter von 18–65 Jahren mit einem ECOG-Status von 0–1, permanent nichtresektablen Lebermetastasen eines resezierten Kolorektalkarzinoms ohne BRAF-Mutation, das auf systemische Chemotherapie angesprochen hatte (≥3 Monate, ≤3 Linien) und ohne extrahepatische Erkrankung. Insgesamt 94 Patienten (ITT-Population) wurden 1:1 randomisiert für eine alleinige Chemotherapie (n=47) oder eine Chemotherapie mit nachfolgender Lebertransplantation (≤2 Monate nach dem letzten Zyklus; n=47; Zeitraum 18.02.2016–05.07.2021). Zum Zeitpunkt der Randomisierung hatte die Gruppe mit zusätzlicher Lebertransplantation im Median 21,0 Chemotherapie-Zyklen erhalten (IQR 18,0–29,0) vs. 17,0 Zyklen (12,0–24,0) in der anderen Gruppe, in bis zu 3 Chemotherapie-Linien. Zur Chemotherapie in der Erstlinie hatten 64/94 Patienten (68 %) eine Doublet-Chemotherapie erhalten und 30/94 eine Triplett-Therapie (32 %); eine zielgerichtete Therapie erhielten 76/94 Patienten (80 %). Patienten mit Lebertransplantation bekamen eine maßgeschneiderte Immunsuppression (Methylprednisolon 10 mg/kg intravenös an Tag 0; Tacrolimus 0,1 mg/kg über eine Magensonde an Tag 0, 6–10 ng/ml an den Tagen 1–14; Mycophenolatmofetil 10 mg/kg intravenös an Tag 0 bis <2 Monate und Umstellung auf Everolimus 5–8 ng/ml) sowie eine postoperative Chemotherapie, und die andere Gruppe setzte die Chemotherapie fort. Allerdings erhielten 11 Patienten in der Gruppe mit Lebertransplantation plus Chemotherapie und 9 in der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie die zugewiesene Behandlung nicht, womit 36 bzw. 38 in jeder Gruppe in die Per-Protokoll-Analyse aufgenommen wurden. Das mediane Alter der 94 Patienten lag bei 54,0 Jahren (IQR 47,0–59,0), 55 Männer (59 %), 39 Frauen (41 %). Das mediane Follow-up betrug 59,3 Monate (IQR 42,4–60,2). Für die ITT-Population beziffern die Autoren das 5-Jahres-OS auf 56,6 % (95 %-KI 43,2–74,1) für Lebertransplantation plus Chemotherapie vs. 12,6 % (95 %-KI 5,2–30,1) mit alleiniger Chemotherapie (HR 0,37; 95 %-KI 0,21–0,65; p=0,0003) sowie 73,3 % (95 %-KI 59,6–90,0) vs. 9,3 % (95 %-KI 3,2–26,8) für die Per-Protokoll-Population. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (UE) wurden bei 32/40 Patienten (80 %) verzeichnet, die sich einer Lebertransplantation unterzogen hatten (aus beiden Gruppen), und 69 schwerwiegende UE wurden bei 45/54 Patienten mit alleiniger Chemotherapie (83 %) dokumentiert. Erneut transplantiert wurden 3 Patienten aus der Gruppe mit Lebertransplantation, einer davon verstarb postoperativ an Multiorganversagen. (sf) Autoren: Adam R et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Liver transplantation plus chemotherapy versus chemotherapy alone in patients with permanently unresectable colorectal liver metastases (TransMet): results from a multicentre, open-label, prospective, randomised controlled trialQuelle: Lancet 2024;404(10458):1107–1118.Web: doi.org/10.1016/S0140-6736(24)01595-2
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