Insektenstiche bei Hunden: Was zu tun ist16. Juli 2025 (Symbolbild) Foto: © Jacqueline – stock.adobe.com Nicht nur für Menschen sind Stiche von Bienen, Wespen oder Bremsen schmerzhaft und lästig, auch Vierbeiner leiden darunter. Ein Insektenstich beim Hund ist meist harmlos, kann aber in manchen Fällen gefährlich werden, wie die Vetmeduni erläutert. Besondere Vorsicht gilt vor allem bei Stichen im Bereich des Mauls, des Rachens, des Halses oder der Augen. Insektenstiche erkennen Häufige Stichstellen sind bei Hunden vor allem im Gesichtsbereich, an den Ohren oder an den Pfoten. Besonders verspielte Hunde, die nach Insekten schnappen, können auch im Maul oder Rachen gestochen werden – das kann aufgrund von Schwellungen der Atemwege lebensbedrohlich sein. Hinweis: Verhalten sich Hunde plötzlich anders, winseln, röcheln, humpeln sie oder heben die Pfote, könnte ein Insektenstich der Grund sein. Dann sollten alle Körperstellen gründlich untersucht und vor allem im Maul- und Halsbereich auf mögliche Stiche geachtet werden. Mögliche Anzeichen für einen Insektenstich Plötzliche Schmerzen: Aufjaulen, lecken/beißen an der betroffenen Stelle Lokal begrenzte Reaktion: Oft ist eine Beule an der Einstichstelle sichtbar. Die betroffene Region ist heiß, geschwollen und kann jucken. In der Regel klingt die Schwellung binnen weniger Tage wieder ab. Richtig reagieren Welches Insekt hat zugestochen? Bei Bienen bleibt der Stachel inklusive der Giftblase meist in der Haut stecken, seltener auch bei Wespen oder Hornissen. Zum Entfernen eignet sich optimalerweise eine saubere Nadel, mit der der Stachel „herausgehebelt“ wird, ohne dabei die Giftblase zu verletzen (was bei der Verwendung einer Pinzette passieren kann). Ist das Tier aufgeregt oder fühlt man sich unsicher, sollte ein Tierarzt bzw. eine Tierärztin aufgesucht werden. Insektenstiche behandeln Gegen Schmerzen, Juckreiz und Schwellungen hilft gute Kühlung mit kalten Umschlägen, kaltem Wasser (nicht kälter als „kühlschrankkalt“). Die Stichwunde sollte möglichst sauber gehalten und der Hund am Lecken/Beißen gehindert werden (z. B. mittels Leckschutz wie Halskragen). Achtung: Von der Verwendung von Kühlakkus ist abzuraten. Diese enthalten häufig giftiges Ethylenglykol. Falls sie dennoch Verwendung finden, muss darauf geachtet werden, dass der Hund den Kühlakku nicht als Spielzeug betrachtet und darauf herumkaut. Eine Ethylenglykolvergiftung ist, wenn nicht rechtzeitig erkannt und korrekt therapiert, lebensbedrohlich. (Wichtig: Aktivkohle bindet keine Glykole und ist somit nicht geeignet zur Dekontamination. Eine Magenspülung kann durchgeführt werden, dafür kommen die Tiere aber häufig zu spät in die Tierklinik. Wichtigste Maßnahme bei der Antidottherapie ist die sofortige Gabe von Ethanol. In der Praxis hat sich laut CliniPharm/CliniTox bei Hunden die perorale Gabe von Wodka bewährt (Fallberichte von Tox Info Suisse, 2016). Die Antidottherapie muss während der ersten 5 Stunden nach Giftaufnahme eingeleitet werden, da bereits 6 Stunden nach Einnahme von Ethylenglycol die Bildung von Calciumoxalatkristallen in den Nieren einsetzt, wie auf der Internetseite von CliniPharm/CliniTox neben weiteren erforderlichen Maßnahmen nachzulesen ist. (Quelle der Informationen zur Ethylenglykolvergiftung: CliniPharm/CliniTox des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich: Clinitox Giftsubstanzen: Vergiftungen Kleintier – Ethylenglykol ) (sg) Wenn der Stich zum Notfall wird Die meisten Insektenstiche sind unbedenklich, auch wenn es dem Hund weh tut. Vorsicht ist allerdings gegeben bei: Stichen im Maul- und Rachenbereich: Schwellungen in diesen Bereichen können zu Atemnot führen. Mehreren Wespen-, Bienen- oder Hornissenstichen gleichzeitig: Je mehr Insektengifte in den Kreislauf des Hundes gelangen, desto höher ist die Gefahr einer schwerwiegenden Reaktion. Symptome die für eine allergische Reaktion sprechen: Hautrötung, Ausschlag Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen, (blutiger) Durchfall Atemnot, pfeifendes Geräusch beim Einatmen, Niesen Symptome eines allergischen Schocks Niedriger Blutdruck mit Rötung der Schleimhäute oder blasse Schleimhäute: schwacher Puls, Hypothermie, vermindertes Allgemeinverhalten/Schwäche bis hin zu Bewusstseinsverlust; bläulich gefärbte Schleimhäute bei Atemnot Magen-Darm-, Atmungs- und Hautsymptome zusätzlich möglich Achtung: Diese Symptome können innerhalb von wenigen Minuten nach dem Stich auftreten – manchmal auch leicht verzögert. Versterben durch Anaphylaxie (akute allergische Reaktion des Immunsystems) ist innerhalb von Minuten möglich. Faustregel: Je schneller klinische Symptome nach einem Insektenstich auftreten, desto stärker fällt die Reaktion aus. Erste Hilfe Tritt der Fall der Fälle ein und der Hund verliert nach einem Insektenstich das Bewusstsein oder erleidet einen Kreislaufkollaps, sollte das Tier so schnell wie möglich zu einem Tierarzt gebracht werden. Achtung: Den Hund so anheben, dass bei Bewusstlosigkeit Erbrochenes oder Mageninhalt aus dem Maul laufen kann. Das Maul sollte geöffnet und die Zunge herausgezogen werden.
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