Insektenstiche bei Hunden richtig versorgen2. Juli 2026 (Symbolbild) Foto: kozorog – stock.adobe.com Nicht nur für uns Menschen sind Stiche von Bienen, Wespen oder Bremsen schmerzhaft und lästig, auch Hunde sind häufiger davon betroffen. Was dann zu tun ist, darüber gibt die Veterinärmedizinische Universität Wien, Österreich, einen knappen Abriss. Ein Insektenstich beim Hund ist meist harmlos. In manchen Fällen jedoch kann er gefährlich werden. Besondere Vorsicht gilt vor allem bei Stichen im Bereich des Mauls, des Rachens, des Halses oder der Augen. Häufige Stichstellen Bei Hunden sind vor allem der Gesichtsbereich, die Ohren oder die Pfoten betroffen. Besonders verspielte Hunde, die nach Insekten schnappen, können auch im Maul oder Rachen gestochen werden. Das kann aufgrund von Schwellungen der Atemwege lebensbedrohlich sein. Verhalten sich Hunde plötzlich anders, winseln, röcheln, humpeln sie oder heben die Pfote, könnte ein Insektenstich der Grund sein. Dann sollten alle Körperstellen gründlich untersucht und vor allem im Maul- und Halsbereich auf mögliche Stiche geachtet werden. Mögliche Anzeichen für einen Insektenstich Plötzliche Schmerzen, die der Hund durch Aufjaulen, Lecken/Beißen an der betroffenen Stelle anzeigt. Lokal begrenzte Reaktion: Oft ist eine Beule an der Einstichstelle sichtbar. Die betroffene Region ist heiß, geschwollen und kann jucken. In der Regel klingt die Schwellung binnen weniger Tage wieder ab. Richtig reagieren: Zunächst –Welches Insekt hat zugestochen? Bei Bienen bleibt der Stachel inklusive der Giftblase meist in der Haut stecken, seltener auch bei Wespen oder Hornissen. Zum Entfernen eignet sich optimalerweise eine saubere Nadel, mit der der Stachel „herausgehebelt“ wird, ohne dabei die Giftblase zu verletzen, was bei der Verwendung einer Pinzette passieren kann. Ist das Tier aufgeregt oder fühlt man sich unsicher, sollte ein Tierarzt bzw. eine Tierärztin aufgesucht werden. Insektenstiche behandeln – but don’t make the trouble double Gegen Schmerzen, Juckreiz und Schwellungen hilft gute Kühlung mit kalten Umschlägen, kaltem Wasser oder Kühlakkus (kühlschrankkalt). Stichwunde möglichst sauber halten und den Hund am Lecken/Beißen hindern (z. B. mittels eines Leckschutzes wie Halskragen). Achtung: Kühlakkus enthalten häufig giftiges Ethylenglykol. Bei Verwendung darauf achten, dass der Hund den Kühlakku nicht anbeißt! Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, ist von der Verwendung eines Kühlakkus dringend abzuraten. Eine Ethylenglykolvergiftung ist ein deutlich ernsthafteres medizinisches Problem als ein zumeist harmloser Insektenstich. Wenn der Stich zum Notfall wird Die meisten Insektenstiche sind unbedenklich, auch wenn es dem Hund weh tut. Vorsicht ist allerdings gegeben bei: Stichen im Maul- und Rachenbereich: Schwellungen in diesen Bereichen können zu Atemnot führen. Und bei mehreren Wespen-, Bienen- oder Hornissenstichen gleichzeitig: Je mehr Insektengifte in den Kreislauf des Hundes gelangt, desto höher ist die Gefahr einer schwerwiegenden Reaktion. Allergische Reaktion Hautrötung, Ausschlag Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, (blutiger) Durchfall Atemnot, pfeifendes Geräusch beim Einatmen, Niesen Allergischer Schock Niedriger Blutdruck mit Rötung der Schleimhäute oder blasse Schleimhäute: schwacher Puls, Hypothermie, reduziertes Allgemeinverhalten/Schwäche bis hin zu Bewusstseinsverlust; bläulich gefärbte Schleimhäute bei Atemnot Magen-Darm-, Atmungs- und Hautsymptome zusätzlich möglich Diese Symptome können innerhalb von wenigen Minuten nach dem Stich auftreten – manchmal auch leicht verzögert. Versterben durch Anaphylaxie (akute allergische Reaktion des Immunsystems) ist innerhalb von Minuten möglich! Als Faustregel gilt: Je schneller klinische Symptome nach einem Insektenstich auftreten, desto stärker fällt die Reaktion aus. Erste Hilfe Tritt der Fall der Fälle ein und der Hund verliert nach einem Insektenstich das Bewusstsein oder erleidet einen Kreislaufkollaps, sollte das Tier so schnell wie möglich zum/zur Tierärzt:in gebracht werden. Den Hund so anheben, dass bei Bewusstlosigkeit Erbrochenes oder Mageninhalt aus dem Maul laufen kann. Das Maul sollte geöffnet und die Zunge herausgezogen werden.
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