Interdisziplinäres Robotikzentrum am Universitätsklinikum Ulm gegründet12. November 2020 Symbolbild (Foto: © whyframeshot/stock.adobe.com) Am Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) des Universitätsklinikums Ulm ist seit Kurzem das erste Interdisziplinäre Robotikzentrum in der Region Alb-Allgäu-Bodensee verortet, lautet eine aktuelle Mitteilung des Klinikums. Für minimalinvasive Eingriffe stehen dort zwei DaVinci-Operationssysteme der neuesten Generation zur Verfügung. Die Kliniken für Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Frauenheilkunde sowie Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie nutzen die Robotersysteme für minimalinvasive Eingriffe und komplexe Operationen, die so noch schonender durchgeführt werden sollen. „Mit dem neuen Robotikzentrum möchten wir die moderne roboterassistierte und minimalinvasive laparoskopische Chirurgie stärken und die Vorteile dieser Technik für unsere Patienten nutzen“, sagt Prof. Christian Bolenz, Sprecher des Zentrums und Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Gemeinsam mit Prof. Christoph Michalski, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, gab er den Anstoß zur Gründung des Zentrums. „Mit Hilfe der Roboter-Technik können wir zum einen die Patientenversorgung weiter optimieren. Sie bietet aber auch neue, wegweisende Potenziale in Forschung, Aus- und Weiterbildung“, ergänzen die beiden Klinikdirektoren. Eine schnelle Genesung der PatientInnen spielt insbesondere bei komplizierten bösartigen Tumoren – wie Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen-, Darm-, oder Prostatakrebs – eine essenzielle Rolle. Die Therapie besteht hier immer häufiger aus verschiedenen Behandlungsschritten, einer multimodalen Therapie. Kann der Tumor chirurgisch behandelt werden, ermöglicht eine schnelle Erholung der PatientInnen eine zeitnahe Anschluss-Therapie – wie eine Chemotherapie oder Bestrahlung. „In der modernen Krebstherapie können dank roboterassistierter Operationen Tumoren präziser und schonender behandelt werden. Mit dem Interdisziplinären Robotikzentrum können wir nun neue Behandlungswege gehen und unseren Patienten ein größeres Spektrum an Operationstechniken anbieten“, sagt Prof. Hartmut Döhner, Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm. „Das interdisziplinäre Robotikzentrum stärkt auch substanziell den viszeralonkologischenSchwerpunkt im CCCU“, ergänzt Prof. Thomas Seufferlein, Stellvertretender Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm und Sprecher des Darmzentrums. Forschung, Lehre und WeiterbildungIm Bereich Forschung und Lehre soll am Robotikzentrum untersucht werden, welche Operationstechniken sich für welche Krankheit eignen. Hierfür wird eine Datenbank eingeführt, in der Fallzahlen und gewonnene Erkenntnisse aus Operationen und Behandlungsverläufen erfasst und für Forschungszwecke sowie zur Weiterentwicklung von Operationstechniken und -instrumenten verwendet werden können. „Als Interdisziplinäres Robotikzentrum stehen wir im engen Austausch mit den Fachbereichen Urologie, HNO, Gynäkologie und Unfallchirurgie. Wir möchten von den Erfahrungen der anderen Disziplinen lernen“, sagt Michalski, der als Stellvertretender Sprecher des Zentrums fungiert.Um das Operationssystem optimal bedienen zu können, sind für junge Operateure in der Ausbildung viele Trainingseinheiten notwendig. Deshalb wird im Interdisziplinären Robotikzentrum ein internes Weiterbildungsprogramm mit einem strukturierten Curriculum etabliert. „Neben virtuellen Weiterbildungseinheiten kann auch am Bauchmodell eine Operation simuliert und trainiert werden. Außerdem verfügt der Operationsroboter DaVinci über zwei Konsolen. So kann ein ausgebildeter und erfahrener Operateur jederzeit übernehmen – wie bei der Fahrschule“, erklärt Michalski.Am Universitätsklinikum Ulm ist bereits seit vielen Jahren ein DaVinci- Roboter für Operationen in der Klinik für Urologie – beispielsweise zur Behandlung von Prostata- und Nierenkrebs – im Einsatz. Für Direktor Bolenz ist die roboterassistierte Technik nicht mehr wegzudenken, „Tumoroperationen an der Prostata führen wir ganz überwiegend mit dem DaVinci-System durch“. Das zweite Operationssystem ist nun seit wenigen Wochen am Universitätsklinikum Ulm im Einsatz und wird hauptsächlich für Eingriffe im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie genutzt. (Universitätsklinikum Ulm / ms)
Mehr erfahren zu: "Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung" Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung Wenn der Kinderwunsch groß ist, sich aber nicht erfüllt, kann in manchen Fällen nachgeholfen werden. Wie Thüringer Paare dafür einen Zuschuss bekommen können und warum der Staat das überhaupt macht.
Mehr erfahren zu: "Krebs-Immuntherapie: Zuckerstrukturen auf Nierenzellen können Ansprechen voraussagen" Krebs-Immuntherapie: Zuckerstrukturen auf Nierenzellen können Ansprechen voraussagen Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben Zuckerstrukturen auf Nierenzellen entdeckt, die das Ansprechen auf eine Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren voraussagen können.
Mehr erfahren zu: "Immunantwort nach Organtransplantationen: Forschungskooperation will extrakorporale Photopherese weiterentwickeln" Immunantwort nach Organtransplantationen: Forschungskooperation will extrakorporale Photopherese weiterentwickeln Die Medizinische Universität Wien (Österreich) und das Unternehmen Therakos haben eine langfristige Forschungspartnerschaft zur Weiterentwicklung der extrakorporalen Photopherese (ECP) bei der Transplantation solider Organe gestartet.