Intervallfasten wirkt sich positiv auf den Hormonspiegel bei PCOS aus13. April 2026 Eine neue Studie zeigt, dass Intervallfasten den Testosteronspiegel senkt, ohne die weiblichen Hormone negativ zu beeinflussen. (Symbolbild: © SASITHORN/stock.adobe.com) Kann Intervallfasten hormonelle Dysbalancen bei PCOS verbessern? Eine neue Studie liefert Hinweise, dass sich Testosteronspiegel und Stoffwechselparameter dadurch günstig beeinflussen lassen. Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) betrifft bis zu 18 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Die Erkrankung tritt auf, wenn der Körper einer Frau zu viel von einer Hormongruppe, den Androgenen, produziert, insbesondere Testosteron. Menstruationsstörungen, Übergewicht und sogar Unfruchtbarkeit können die Folge sein. Die Therapie der ersten Wahl sei in der Regel die hormonelle Verhütung, so Krista Varady, Professorin für Ernährungswissenschaften an der UIC. Allerdings können Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Libidoverlust und Stoffwechselstörungen auftreten, und bei manchen Frauen besteht ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, erklärt Varady. „Wir suchen nach anderen Möglichkeiten, den Testosteronspiegel bei diesen Frauen zu senken“, fährt sie fort. „Eine Möglichkeit ist Gewichtsabnahme. Schon eine Gewichtsreduktion von etwa 5 Prozent kann den Testosteronspiegel senken und so eine medikamentöse Behandlung möglicherweise vermeiden.“ Intervallfasten verringert den Testosteronspiegel bei PCOS Eine neue Studie unter der Leitung von Varady untersuchte, wie sich eine Methode zur Gewichtsreduktion – das Intervallfasten – auf Hormone und Symptome bei Patientinnen mit PCOS auswirkt. Die in „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie zeigt, dass eine auf sechs Stunden täglich beschränkte Nahrungsaufnahme den Testosteronspiegel senkt, ohne die weiblichen Hormone negativ zu beeinflussen. Die Studie belegt außerdem, dass Gewichtsverlust durch Kalorienzählen den Testosteronspiegel senkt. Einige Kritiker des Intervallfastens würden jedoch behaupten, dass diese Ernährungsweise den weiblichen Hormonhaushalt stört, so Varady. „Es herrscht die weitverbreitete Meinung, dass Intervallfasten sehr schädlich für Frauen ist.“ Das sei falsch, sagt sie. „Diese und mehrere andere Studien, die von unserem und anderen Laboren veröffentlicht wurden, zeigen, dass Intervallfasten den weiblichen Hormonspiegel sogar verbessern kann, insbesondere bei Frauen mit PCOS.“ Varady und ihre Kollegen untersuchten eine Form des Intervallfastens, die sogenannte zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme. Bei dieser Methode isst man nur innerhalb eines festgelegten Zeitraums von sechs oder acht Stunden pro Tag. Während der verbleibenden 16 oder 18 Stunden fastet man und trinkt bis zum nächsten Tag kalorienfreie Getränke und Wasser. Diese Strategie hilft den Menschen, weniger zu essen, so Varady. Auch Kalorienzählen ist eine Methode, die Varady und ihre Kollegen in der Studie neben Intervallfasten testeten. Intervallfasten hatte jedoch einige zusätzliche Vorteile. „Es ist eine Möglichkeit, die Energiezufuhr zu reduzieren, ohne kompliziert Kalorien zählen zu müssen“, sagt sie über Intervallfasten. Varady und andere haben in früheren Studien gezeigt, dass die Nahrungsaufnahme innerhalb eines achtstündigen Zeitfensters die tägliche Kalorienzufuhr um etwa 300 bis 500 Kalorien reduzieren kann. Intervallfasten verringert den freien Androgenindex In einer Gruppe von 76 prämenopausalen Frauen mit PCOS untersuchten die Forscherinnen und Forscher die Unterschiede nach sechs Monaten zwischen Intervallfasten zwischen 13 und 19 Uhr und Kalorienzählen. Beide Ernährungsformen reduzierten die tägliche Kalorienzufuhr der Teilnehmerinnen um etwa 200 Kalorien, was zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von etwa 4,5 Kilogramm über die sechs Monate führte. In beiden Gruppen sanken die Testosteronkonzentrationen. Doch nur das Intervallfasten reduzierte den freien Androgenindex, das Verhältnis von Testosteron zum bindenen Transportprotein. Dieser Wert ist ein Indikator dafür, wie viel aktives Testosteron die Körpergewebe erreicht. Laut Varady verbesserten sich auch die HbA1c-Werte, ein Risikomarker für Diabetes. Obwohl Intervallfasten andere PCOS-Symptome wie Menstruationsunregelmäßigkeiten nicht linderte, vermutet Varady, dass sich diese Symptome bei längerer Durchführung der Diät und größerem Gewichtsverlust verbessern könnten. Etwa 80 Prozent der Teilnehmerinnen der Gruppe mit zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme gaben an, die Diät fortsetzen zu wollen, so Varady. Die Studie war eine Gemeinschaftsarbeit von Ernährungsprofessoren des Fachbereichs Kinesiologie und Ernährung der Fakultät für Angewandte Gesundheitswissenschaften. Sofia Cienfuegos konzipierte und leitete die Studie gemeinsam mit Varady. Kelsey Gabel, Lisa Tussing-Humphreys und Vanessa Oddo wirkten ebenfalls mit. „Wir alle haben ein großes Interesse an Frauengesundheit, und wir haben dieses Projekt gemeinsam konzipiert und durchgeführt“, berichtet Varady. „Es war eine der größten Kooperationen im Bereich Ernährung, die wir je realisiert haben.“ (lj/BIERMANN) Auch interessant zum Thema PCOS: PCOS: KI identifiziert mögliche Zielgene für Nutrazeutika Vier Subtypen des Polyzystischen Ovarialsyndroms identifiziert
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