Intubation im OP: Höhere Erfolgsrate mit Videolaryngoskopie17. April 2024 Symbolfoto: ©beerkoff/stock.adobe.com Die endotracheale Intubation kann sich mitunter als herausfordernd gestalten. In einer US-Studie konnte die Anzahl der Intubationsversuche bei erwachsenen Patienten, die sich einem operativen Eingriff in Vollnarkose unterzogen, unter Verwendung der Videolaryngoskopie signifikant reduziert werden. Die Cluster-randomisierte, monozentrische klinische Studie wurde unter Leitung des Anästhesiologen Dr. Kurt Ruetzler an der Cleveland Clinic (Ohio, USA) durchgeführt und im Fachmagazin „JAMA“ publiziert. Mit mehr als 8000 einbezogenen Eingriffen handelt es sich um die bisher größte Studie zu diesem Thema. Bei der Videolaryngoskopie wird eine Videokamera eingesetzt, um die Strukturen der Atemwege sichtbar zu machen und die endotracheale Intubation zu erleichtern. In der Studie wurde die Videolaryngoskopie mit hyperanguliertem Spatel mit der direkten Laryngoskopie bei der Intubation von Patienten verglichen, die eine einlumige endotracheale Intubation für eine Vollnarkose benötigten. „Die Sicherung der Atemwege hat für Anästhesisten, Chirurgen, Intensivmediziner und Notfallmediziner Priorität“, sagt Ruetzler. „Erfolgreiche und rechtzeitige Intubationsversuche verringern schlechte Ergebnisse wie respiratorische und hämodynamische Komplikationen, einschließlich Hypoxämie, Aspiration, Atemwegstrauma und sogar Herzstillstand, erheblich.“ Im Rahmen der Studie wurden die Ergebnisse von 8429 Operationen ausgewertet, die bei 7736 Patienten durchgeführt wurden. Es handelte sich dabei um elektive (85 %) oder dringende kardiale, thorakale oder vaskuläre chirurgische Eingriffe. Das primäre Studienergebnis war die Anzahl der Intubationsversuche, die für eine erfolgreiche Intubation benötigt wurden. Diese war unter Verwendung der Videolaryngoskopie mit hyperanguliertem Spatel signifikant niedriger als mit der direkten Laryngoskopie. So war nur bei 1,7 Prozent der Patienten, die für die Videolaryngoskopie randomisiert wurden, mehr als ein Intubationsversuch erforderlich, jedoch bei 7,6 Prozent der Patienten, die nach dem Zufallsprinzip eine direkte Laryngoskopie erhielten. Zu einem Intubationsversagen – definiert als Wechsel zu einem alternativen Laryngoskop aus irgendeinem Grund zu irgendeinem Zeitpunkt oder bei mehr als drei Intubationsversuchen – kam es bei 12 von 4413 chirurgischen Eingriffen (0,27 %) mit Videolaryngoskopie gegenüber 161 von 4016 chirurgischen Eingriffen (4,0 %) mit direkter Laryngoskopie. Atemwegs- und Zahnverletzungen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den beiden Intubationsmethoden. Auf Basis dieser Ergebnisse ist sich Ruetzler sicher: „Diese Studie wird die klinische Praxis verändern, da die Ergebnisse eindeutig darauf hinweisen, dass die Videolaryngoskopie der direkten Laryngoskopie überlegen ist und bei allen Patienten das Standardgerät sein sollte.“ (ah)
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