Invasiv beatmete Erwachsene mit akuter Hirnschädigung: Antibiotikaprophylaxe verringert die Mortalität offenbar nicht12. August 2025 Symbolfoto: ©sudok1/stock.adobe.com Sollten invasiv beatmeten Erwachsenen mit akuter Hirnschädigung prophylaktisch Antibiotika zur Vermeidung von Infektionen der unteren Atemwege (LRTIs) gegeben werden? Eine aktuelle Metaanalyse hat keinen endgültigen Beleg dafür erbracht, dass sich dadurch die Mortalität verringert. LRTIs träten bei bei invasiv beatmeten Patienten mit akuter Hirnschädigung häufiger auf, erklären die Autoren der in „Chest“ publizierten Studie zum Hintergrund ihrer Arbeit. Erstautorin Kathryn Hadley-Brown vom Wellington Regional Hospital (Neuseeland) hatte daher gemeinsam mit Kollegen systematisch Datenbanken nach randomisierten klinischen Studien (RCTs) durchsucht und auch unveröffentlichte Arbeiten in ihre Recherche einbezogen. Den primären Endpunkt bildete die Krankenhausmortalität, sekundäre Endpunkte umfassten die Inzidenz von beatmungsassoziierter Pneumonie, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und die Dauer der maschinellen Beatmung. Zur Auswertung kamen schließlich 1728 Studienberichte, darunter zu sieben RCTs mit insgesamt 835 Teilnehmern. Für keine der einbezogenen Arbeiten stellten die Forschenden ein hohes Bias-Risiko fest. Das gepoolte geschätzte relative Risiko (RR) für die Mortalität im Zusammenhang mit einer prophylaktischen Antibiotikagabe im Vergleich zu Placebo oder der Standardbehandlung gibt die Arbeitsgruppe mit 0,91 an (95%-KI 0,70–1,17; p=0,39; geringe Sicherheit). Das gepoolte geschätzte RR für eine beatmungsassoziierte Pneumonie betrug 0,56 (95%-KI 0,35–0,89; geringe Sicherheit). Keine nennenswerten Unterschiede zwischen Antibiotikaprophylaxe und keiner Prophylaxe stellte man bezüglich der gepoolten geschätzten Dauer der maschinellen Beatmung (mittlere Differenz [MD] -2,0 Tage; 95%-KI -6,1 bis 2,1 Tage; sehr geringe Sicherheit) oder der Dauer des Aufenthaltes auf der Intensivstation fest (MD -2,2 Tage; 95%-KI -5,4 bis 1,1 Tage; sehr geringe Sicherheit). (ac/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "Schmerzforscherin aus Münster an der Spitze der europäischen Schmerzgesellschaft" Schmerzforscherin aus Münster an der Spitze der europäischen Schmerzgesellschaft Seit dem 1. Oktober 2026 steht Prof. Esther Pogatzki-Zahn als Präsidentin an der Spitze der European Pain Federation (EFIC). Ihr erklärtes Ziel: Forschung, Versorgung und Schmerzprävention stärker miteinander verbinden.
Mehr erfahren zu: "Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation?" Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation? Ketamin wird als Analgetikum und Anästhetikum eingesetzt. Neben der schmerzstillenden Wirkung hat es auch einen dissoziativen Effekt. Dieser scheint jedoch nicht Voraussetzung für die Analgesie zu sein, wie eine experimentelle […]