Inzidenz von C. ulcerosa und M. Crohn in Frankreich: Dramatischer Anstieg28. August 2018 © reineg – fotolia.com Eine bevölkerungsbasierte Studie hat gezeigt, dass die Inzidenz sowohl von Morbus Crohn als auch der Colitis ulcerosa in Frankreich in einem Zeitraum von 24 Jahren dramatisch angestiegen ist. Dies, so meinen die Autoren der kürzlich im „American Journal of Gastroenterology“ publizierten Studie, lasse die Schlussfolgerung zu, dass einer oder mehrere Umweltfaktoren zu einer Prädisposition in Bezug auf entzündliche Darmerkrankungen (IBD) führen. Die Studienautoren richteten ein besonderes Augenmerk auf IBD, die bereits im Kindesalter (<17 Jahre) aufgetreten waren. Für den Zeitraum 1988–2011 wurden 1350 Neuerkrankungen registriert (8,3 % aller IBD), darunter 990 mit M. Crohn und 326 mit C. ulcerosa. 34 IBD-Fälle konnten keiner der beiden Erkrankungen sicher zugeordnet werden (IBDU). Das mediane Alter zum Zeitpunkt der Diagnosestellung war bei M. Crohn (14,4 Jahre; Q1=11,8–Q3=16,0) und C. ulcerosa (14,0 Jahre; 11,0–16,0) ähnlich und veränderte sich im Lauf der Zeit nicht. Wie die Forscher um Seniorautorin Prof. Corinne Gower-Rousseau von der Universität Lille feststellten, erkrankten signifikant mehr Jungen an einem M. Crohn (Mädchen/Jungen=0,82) als an C. ulcerosa (Mädchen/Jungen=1,25; p=0,0042). Vom Auftreten von Symptomen bis zur Diagnosestellung vergingen durchgehend 3 Monate (1–6 Monate). Die durchschnittliche Inzidenz lag bei 4,4/105 für IBD insgesamt (3,2 für M. Crohn sowie 1,1 für C. ulcerosa und 0,1 für IBDU). Zwischen den Zeiträumen 1988–1990 und 2009–2011 war laut den Autoren unter Heranwachsenden (10–16 Jahre) ein dramatischer Anstieg der Inzidenzen sowohl von M. Crohn (von 4,2 auf 9,5/105; +126 %; p<0,001) als auch von C. ulcerosa (von 1,6 auf 4,1/105; +156 %; p<0,001) zu verzeichnen. Fazit In dieser bevölkerungsbasierten Studie nahmen die Morbus-Crohn- und Colitis-ulcerosa-Inzidenzen bei Jugendlichen über einen Zeitraum von 24 Jahren dramatisch zu, was darauf schließen lässt, dass ein oder mehrere starke Umweltfaktoren diese Population für einen IBD prädisponieren. Autoren: Ghione S et al. Korrespondenz: Prof. Corinne Gower-Rousseau, Public Health, Epidemiology and Economic Health, Epimad registry, Lille Hospital and University, Lille, Frankreich; [email protected] Studie: Dramatic Increase in Incidence of Ulcerative Colitis and Crohn‘s Disease (1988-2011): A Population-Based Study of French Adolescents Studie: Am J Gastroenterol 2018;113(2):265–272. Web: www.nature.com/ajg
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