IPF, ILD, COPD: Schwerer Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion ist wahrscheinlicher27. August 2024 Für Patienten im Alter unter 65 Jahre ergab sich in der Studie eine höhere Wahrscheinlichkeit für schlechtere COVID-19-Outcomes im Allgemeinen, wenn die Betroffenen an einer Idiopathischen Lungenfibrose, an Sarkoi-dose und anderen interstitiellen Lungenerkrankungen litten. (Foto: © Valerii Apetroaiei/stock.adobe.com) Wie eine neue Untersuchung aus den USA zeigt, besitzen Personen mit chronischen Lungenerkrankungen (CLDs) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen vergleichsweise schweren Verlauf, wenn sie an COVID-19 erkranken. Dies treffe insbesondere auf Patienten mit Idiopathischer Lungenfibrose (IPF), mit anderen interstitiellen Lungenerkrankungen (ILDs) und Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu, berichten die Verfasser der aktuellen Veröffentlichung. Anhand von Daten der Veterans Health Administration (208.283 Personen mit COVID-19 insgesamt, davon 35.587 [17%] mit CLDs) aus dem Untersuchungszeitraum 01.03.2020–30.04.2021 bewerteten die Forschenden das mit CLDs verbundene Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Dabei wurden die CLDs teilweise in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt (leichte oder schwere COPD; leichtes, aktives oder schweres Asthma). Für die Schätzung des Risikos für vier sich gegenseitig ausschließende COVID-19-Outcomes in einem Zeitraum von 30 Tagen (ambulante Behandlung, Krankenhausaufenthalt, Krankenhausaufenthalt mit Indikatoren für eine kritische Erkrankung oder Tod) bedienten sich die Studienautoren einer multinomialen Regression. Die Wissenschaftler errechneten den Gesamtanteil für jedes Outcomes, die absolute Risikodifferenz und die Risikoverhältnisse für jedes Outcome zwischen Personen mit und ohne CLD. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Personen mit CLDs – im Vergleich zu solchen ohne – älter waren und an einer größeren Anzahl von Komorbiditäten litten. Bei hospitalisierten Patienten mit CLDs ergab sich eine größere Wahrscheinlichkeit für geringere Werte bei Köpertemperatur, mittlerem arteriellen Druck, Sauerstoffsättigung sowie Leukopenie und Thrombozytopenie. Zudem erhielten sie häufiger Sauerstoff, eine maschinelle Beatmung und Vasopressoren. Die Forschenden beobachteten bei Patienten mit CLDs außerdem eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit dafür, dass die COVID-19-Erkrankung nur leicht ausgeprägt war (-4,5%; adjustiertes Risikoverhältnis [aRR] 0,94; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,94–0,95), während die Wahrscheinlichkeit für eine mittelschwere COVID-19-Erkrankung erhöht war (+2,5%; aRR 1,21; 95%-KI 18–1,24), ebenso wie die für eine kritische (+1,4 %; aRR 1,38; 95%-KI 1,32–1,45) oder letale (+0,7%; aRR 1,15; 95%-KI 1,10–1,20). IPF war am stärksten mit dem Schweregrad von COVID-19 assoziiert, insbesondere in puncto Mortalität (+3,2%; aRR 1,69; 95%-KI 1,46–1,96), gefolgt von anderen ILDs und COPD. Asthma stand als CLD mit geringerer Wahrscheinlichkeit mit dem COVID-19-Schweregrad in Zusammenhang. Bei Patienten, die jünger waren als 65 Jahre, beobachteten die Studienautoren eine höhere Wahrscheinlichkeit für schlechtere COVID-19-Outcomes im Allgemeinen, wenn die Betroffenen an einer IPF, an Sarkoidose und anderen ILDs litten. (ac)
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