IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Darolutamid gegenüber Apalutamid beim mHSPC20. November 2025 Foto: © Ralf Baumgarten Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) moniert, dass Bayer seinen Wirkstoff Darolutamid in der Zulassungsstudie nicht direkt mit Apalutamid verglichen hat. Ein indirekter Vergleich habe keinen Zusatznutzen gezeigt. Beide Wirkstoffe sind zur Therapie des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) zugelassen. Das IQWiG sieht Apalutamid (Hersteller: Janssen) als derzeitige „zweckmäßige Vergleichstherapie“ an, die es in seinen Nutzenbewertungen als Maßstab anlegt. Das Institut kritisiert nun, dass Bayer darauf verzichtet habe, eine Studie durchzuführen, die Darolutamid direkt mit Apalutamid vergleicht, obwohl Apalutamid zum Zeitpunkt der Studienplanung bereits zur Verfügung gestanden habe. Stattdessen wurde Darolutamid mit Placebo verglichen. Für die Nutzenbewertung legte Bayer dem IQWiG daher eine indirekte Vergleichsstudie vor. Der Hersteller nutzte dafür placebokontrollierte Studien zu beiden Wirkstoffen. Darin lagen laut dem Institut aber lediglich zum Gesamtüberleben interpretierbare Daten mit ausreichender Ergebnissicherheit vor. Der indirekte Vergleich habe keinen Vorteil für Darolutamid gegenüber Apalutamid ergeben. „Patienten wäre unterlegene Therapie erspart geblieben“ „Hätte der Hersteller eine direkt vergleichende Studie durchgeführt, wären jetzt deutlich sicherere Aussagen zu möglichen Vor- oder Nachteilen von Darolutamid gegenüber Apalutamid möglich“, sagt Volker Vervölgyi, Bereichsleiter Onkologie (solide Tumoren) am IQWiG. „Zudem wäre den Patienten in der Vergleichsgruppe der Studie zu Darolutamid eine unterlegene Therapie mit Placebo erspart geblieben.“ (ms/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs Zur Androgenentzugstherapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs hat sich die transdermale Verabreichung von Estradiol gegenüber LHRH-Agonisten als nicht unterlegen erwiesen. Dies gilt sowohl für die Überlebensergebnisse als auch für die Testosteronsenkung. […]
Mehr erfahren zu: "„Politischer Verrat an der Grundversorgung“" „Politischer Verrat an der Grundversorgung“ Der Referentenentwurf für ein Gesetz zur Einsparung bei den GKV-Finanzen liegt vor. Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) reagiert mit einer erneuten Aussendung an die Presse und wird noch schärfer […]
Mehr erfahren zu: "Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs" Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs Der perioperative Status zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) ist mit der Patientenprognose bei muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) assoziiert. Dies zeigt eine aktuelle Publikation in „European Urology Focus“.