ISSHL: Rolle der MRT31. Januar 2020 ©Nejron Photo/Adobe Stock Die Rolle der Magnetresonanztomographie (MRT) hinsichtlich der Bildgebung bei akutem idiopathischem Hörverlust (idiopathic sudden sensorineural hearing loss; ISSHL) wird kontrovers diskutiert, da es immer wieder zu Inhomogenitäten zwischen klinischem Protokoll und MRT-Protokoll kommt. Im Rahmen einer prospektiven Studie untersuchten die Autoren MRT-Befunde hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit der klinischen Präsentation, den audiologischen Befunden sowie den Behandlungsergebnissen. Insgesamt 47 Patienten (25 Frauen, 22 Männer, im Alter von 54,4 ± 17,5 Jahren), die konsekutiv an einer Klinik der Tertiärversorgung behandelt wurden, unterzogen sich den diagnostischen und therapeutischen ISSHL-Anwendungen und erfuhren zeitnah (72 Stunden nach Klinikeinweisung, unabhängig vom Zeitpunkt des Einsetzens der Symptome) eine MRT. Alle Patienten erhielten dieselbe Behandlung (systemische Steroidtherapie, intratympanische Steroid-Injektion und hyperbare Sauerstofftherapie). Als Hauptergebnisse dienten die MRT-Muster sowie die klinischen Befunde und Laborwerte. Die MRT erwies sich in 25 von 47 Fällen (53 %) als positiv, bei einer perfekten Übereinstimmung zwischen klinischen und MRT-Untersuchungen (Cohen K = 1) auf dem betroffenen Ohr. Es wurden 3 verschiedene radiologische Muster dokumentiert: Blutungen im Labyrinth (n = 5), akute inflammatorische Prozesse (n = 14), isolierter Bruch der Blut-Labyrinth-Barriere (n = 6). Nach binärer logistischer Regressionsanalyse war lediglich Vertigo mit einem positiven MRT assoziiert (Chancenverhältnis 9,5; 95 %-KI 2,2–40,8); letzteres erwies sich als die einzige Variable, die mit einem unvorteilhaften Behandlungsergebnis verknüpft war (Chancenverhältnis 12,8; 95 %-KI 2,9 –56,7). Patienten mit akutem idiopathischem Hörverlust und damit einhergehendem Vertigo weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein positives MRT auf, welches wiederum ein unvorteilhaftes Behandlungsergebnis vorherzusagen scheint. (am)
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