Jugendliche in der Pandemie: Soziale Bindungen schützen vor Stress

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Soziale Bindungen, ausreichend Schlaf und körperliche Aktivität schützen die psychische Gesundheit von Jugendlichen während der Pandemie. Dies zeigt eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler, die mithilfe einer demografisch heterogenen Kohorte von über 3000 Heranwachsenden (11–14 Jahre) die psychischen Auswirkungen der Pandemie untersucht sowie Strategien identifiziert hatte, welche den Jugendlichen halfen, Krisenzeiten besser zu bewältigen.

Die in die Studie eingeschlossenen Jugendlichen nahmen bereits an der laufenden Adolescent Brain Cognitive Development Study in den USA teil. Von ihnen lagen Daten von mehreren Zeitpunkten vor der Pandemie sowie von 3 Zeitpunkten während der COVID-19-Pandemie (Mai–August 2020) vor. Mithilfe maschinellen Lernens identifizierten Orsolya Kiss vom Center for Health Sciences, SRI International in Menlo Park, USA, weibliches Geschlecht, internalisierende Symptome und Schlafprobleme vor der Pandemie als starke Prädiktoren für die psychische Belastung von Personen in Form von Stress, Angst und depressiven Symptomen.

Psychosoziale Faktoren, die von Eltern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Pandemie angegeben wurden (z.B. eine schlechtere Qualität und Funktionsfähigkeit der familiären Beziehungen, mehr Bildschirmzeit und das Erleben von Diskriminierung im Zusammenhang mit der Pandemie), sagten die psychische Belastung der Jugendlichen ebenfalls voraus. Mehr soziale Unterstützung, regelmäßige körperliche Aktivitäten, Bewältigungsstrategien und gesunde Verhaltensweisen prognostizierten hingegen ein besseres emotionales Wohlbefinden der Jugendlichen.

Fazit
Die Ergebnisse unterstrichen die Bedeutung sozialer Bindungen und gesunder Verhaltensweisen, wie Schlaf und körperliche Aktivität, als Pufferfaktoren gegen die schädlichen Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Heranwachsenden, erklärten die Autoren. Entsprechend müssten Bewältigungsstrategien, die den am stärksten gefährdeten Jugendlichen – insbesondere Mädchen und solchen mit psychischen Problemen vor der Pandemie – helfen, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, fordern Kiss und Kollegen. (ej)

Autoren: Kiss O et al.
Korrespondenz: Fiona C Baker; [email protected].
Studie: The Pandemic‘s Toll on Young Adolescents: Prevention and Intervention Targets to Preserve Their Mental Health
Quelle: J Adolesc Health 2022;70(3):387–395.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2021.11.023