Jugendliche mit Typ-1-Diabetes: Kombinationstherapie kann chronische Nierenkrankheiten reduzieren24. Juni 2025 Foto: © DOC-RABE-Media/stock.adobe.com Die klinische Studie ATTEMPT mit Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes (T1D) hat ergeben, dass eine Kombinationstherapie chronische Nierenerkrankungen reduzieren und den Gesundheitszustand verbessern kann. Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Hemmer (SGLT2i) senken das Risiko einer Progression der chronischen Nierenerkrankung (CKD) bei Typ-2-Diabetes, ihre Auswirkungen auf Typ-1-Diabetes (T1D) sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Bei der Studie ATTEMPT (Adolescent Type 1 Diabetes Treatment with SGLT2i for Hyperglycemia and Hyperfiltration Trial) handelt es sich um eine 22-wöchige, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie zur Bewertung von Dapagliflozin als Insulin-Ergänzung bei Jugendlichen mit T1D. Die Forschung wurde von Dr. Farid Mahmud, Associate Scientist im Programm für Translationale Medizin und leitender Arzt in der Abteilung für Endokrinologie am Hospital for Sick Children (SickKids), Kanada, geleitet. Die neuen Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht. Dapagliflozin vs. Placebo 98 Teilnehmer (12–21 Jahre, 53 % weiblich) wurden randomisiert einer Behandlung mit 5 mg Dapagliflozin oder Placebo zugeteilt. Zusätzlich wurden sie auf Ketonkörper überwacht und über das Risiko einer diabetischen Ketoazidose (DKA) aufgeklärt. Primärer Endpunkt war die Veränderung der gemessenen glomerulären Filtrationsrate (mGFR) mittels Iohexol-Clearance. Das Ergebnis: Dapagliflozin senkte die mGFR im Vergleich zu Placebo um 8,8 ml min−1 1,73 m−2 (95%-Konfidenzintervall (KI): −12,7 bis −4,8; P < 0,0001), und Teilnehmer mit höherer mGFR zu Studienbeginn erfuhren unter Dapagliflozin eine stärkere Linderung (r: −0,58; P < 0,0001). Der HbA1c-Wert sank um 0,47 Prozent (95%-KI: −0,66 bis −0,28), und die Zeit im Normbereich (Glukosespiegel 70–180 mg dl−1, 4–10 mmol L−1) erhöhte sich um 9,0 % (95%-KI: 3,8–14,3). Unter Dapagliflozin verringerte sich das Körpergewicht um 2,8 kg (95% KI: −3,7 bis −2,0). Es wurden keine Unterschiede hinsichtlich der täglichen Gesamtinsulindosis (U kg−1) beobachtet. Die Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ähnlich, mit einem leichten Fall einer diabetischen Ketoazidose in der Dapagliflozin-Gruppe. Bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes senkte Dapagliflozin als Ergänzung zur Insulintherapie die mGFR, verbesserte die Blutzuckerkontrolle und war in Kombination mit Ketontests und Risikominimierungsstrategien sicher. „Dies könnte eine neue Frühinterventionsstrategie für die wachsende Zahl von Teenagern mit Typ-1-Diabetes ermöglichen“, kommentiert Mahmud die en Ergebnisse.
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