Junge DVI fordert Verbesserung der Lage von schwangeren Mitarbeiterinnen auf Intensivstationen30. April 2024 Foto: © yta/stock.adobe.com Eine Schwangerschaft kann einen starken Einschnitt in die Karriere vieler Frauen bedeuten, die auf einer Intensivstation arbeiten. Nachwuchskräfte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben deshalb ein aktuelles Positionspapier vorgelegt. Ein pauschales Beschäftigungsverbot für schwangere Mitarbeiterinnen aller Berufsgruppen auf einer Intensivstation sei nicht gerechtfertigt und nicht adäquat, erklärt die DIVI. „Nach einer individuellen Gefahrenanalyse ist die Weiterbeschäftigung in der Schwangerschaft möglich“, betont Dr. Celina Cornelius, Hauptautorin des Positionspapiers. Den Schwerpunkt haben die Autoren deshalb auf mögliche Lösungswege gelegt: „Das Autorenteam skizziert interdisziplinär und multiprofessionell, über Leitungs- und Ausführungsebene hinweg, praktische Beispiele zur Umsetzung im klinischen Alltag“, heißt es. Zudem werden Aspekte, die gegen die Beschäftigung einer schwangeren Mitarbeiterin auf der Intensivstation sprechen könnten, diskutiert. „Jede Schwangere kann sich sinnvoll weiterhin einbringen“ „Wir möchten dafür sensibilisieren, jede schwangere und stillende Mitarbeiterin individuell zu betrachten und gemeinsam eine persönliche Lösung für die Weiterbeschäftigung in der Schwangerschaft zu erarbeiten“, erklärt Dr. Teresa Deffner, Vertreterin der Gesundheitsfachberufe im DIVI-Präsidium. Mögliche Tätigkeiten werden für Schwangere im ärztlichen Bereich und für Pflegefachpersonal sowie in der Physiotherapie, Logopädie und Atmungstherapie auf Intensivstationen nach einem Ampelsystem bewertet und sind an den jeweiligen Erfahrungsgrad der Schwangeren angepasst. „Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass die Leitungsebenen der Gesundheitsfachberufe unser Positionspapier zukünftig als Grundlage nutzen, um für ihre Stationen zu definieren, wie schwangere Mitarbeiterinnen weiterhin eingebunden bleiben können“, so Deffner. „Das ist ein viel zu großes Potenzial für das Team und auch für die Patientenversorgung – das darf niemand einfach ignorieren“, fügt sie hinzu. „Erfahrung macht den Unterschied“ Rund ein Jahr hat das Autorenteam nach eigenen Angaben recherchiert, sich ausgetauscht, Erfahrungen gesammelt. „Wir haben festgestellt, dass vor allem der Erfahrungsgrad der Schwangeren einen großen Unterschied machen kann“, erklärt Cornelius. „Es wäre für mich als Fachärztin durchaus möglich, weiterhin ZVKs zu legen, weil ich darin bereits geübt bin“, erklärt die Hauptautorin. „Invasive Tätigkeiten sollen aber in der Schwangerschaft aufgrund des Gefahrenpotenzials nicht erlernt werden“, sagt sie. Die Regularien sind bundesweit uneinheitlich und die Angst bei den Chefärzten oder der Klinikleitung sei weiterhin groß, etwas falsch zu machen, weshalb bisher immer noch viele Entscheidungen pauschal gefällt würden, so die Junge DIVI. „Wir können nur ermutigen, ganz individuell zu bewerten und als Schwangere auch den Mut zu zeigen, neue Lösungswege aufzuzeigen“, heißt es. Man könne zum Beispiel als schwangere Mitarbeiterin ganz wunderbar die neuen Mitarbeiter an die Hand nehmen und umfangreich einarbeiten. „Es kann eine Chance für alle sein“, so Cornelius.
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