Junge Trägerinnen von BRCA-Mutationen mit Brustkrebs: Risikoreduzierende Operationen verlängern das Überleben

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Können eine risikoreduzierende Mastektomie (RRM) oder eine risikoreduzierende
Salpingoophorektomie (RRSO) oder beide Verfahren zusammen das Überleben junger Trägerinnen von BRCA-Mutationen verlängern? Das können sie in der Tat – und zwar signifikant, wie Forscher um Dr. Eva Blondeaux vom Ospedale Policlinico San Martino in Genua (Italien) anhand einer internationalen retrospektiven Kohortenstudie festgestellt haben.

Die BRCA BCY Collaboration wurde an 109 Zentren auf fünf Kontinenten durchgeführt
und umfasste Frauen mit (wahrscheinlich) pathogenen Keimbahnvarianten
von BRCA1, BRCA2 oder beiden, bei denen im Zeitraum 01.01.2000 bis 31.12.2020 im Alter von bis zu 40 Jahren invasiver Brustkrebs im Stadium I bis III diagnostiziert worden war.

Im dem oben genannten Zeitraum konnten die Autoren 5290 Frauen in ihre Studie aufnehmen,
darunter 3361 Trägerinnen pathogener BRCA1-Varianten (63,5 %), 2708 (51,2 %) hatten nodalnegativen und 2421 (45,8 %) Hormonrezeptor+Brustkrebs. Von den 5290 Patientinnen unterzogen sich 2910 (55,0 %) einer RRM und 2782 (52,6 %) einer RRSO.

Mehr als 5200 Frauen in Untersuchung aufgenommen

Nach einer medianen Nachbeobachtung von 8,2 Jahren (IQR 4,7–12,8) war die RRM mit einem signifikant besseren Gesamtüberleben verbunden als keine RRM. Die adjustierte Hazard Ratio lag bei 0,65 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,53–0,78), die eingeschränkte mittlere Überlebenszeit im Verlauf von 20 Jahren betrug mit RRM 17,89 Jahre (95 %-KI 17,61–18,17) gegenüber 16,65 Jahre (95 %-KI 16,38–16,92) ohne RRM. Ebenso war eine RRSO mit einem signifikant besseren Gesamtüberleben verbunden als keine RRSO. Die Studienautoren berechneten eine adjustierte Hazard Ratio von 0,58 (95 %-KI 0,48–0,71), bei einer eingeschränkten mittleren Überlebenszeit von 17,73 Jahren mit RRSO (95 %-KI 17,43–18,03) gegenüber 16,67 Jahren (95 %-KI 16,38–16,96) ohne RRSO.

(sf)