Kaffeekonsum nach Kolorektalkrebsdiagnose: Reduzierte Mortalität19. Juli 2018 © saquizeta – fotolia.com In einer Analyse von Daten der Nurses‘ Health Study (1984–2012) sowie der Health Professionals Follow-up Study (1986–2012) haben Forscher den Konsum koffeinhaltigen und entkoffeinierten Kaffees nach der Diagnose eines Kolorektalkarzinoms (KRK) mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für die KRK-spezifische Mortalität und die Mortalität insgesamt in Verbindung gebracht.Aus den genannten Studien wurden Daten zu 1599 Patienten gesammelt, bei denen ein KRK des Stadiums 1 oder 3 diagnostiziert worden war. Informationen zu den Ernährungsgewohnheiten stammten aus entsprechenden Fragebögen, die den Probanden vorgelegt worden waren. Spezifisch wurden die Studienteilnehmer dabei gefragt, wie oft sie im Jahr vor der Befragung Kaffee getrunken hatten (Standardportionsgröße war eine Tasse). Als Angaben für den Konsum nach der KRK-Diagnose wurden solche verwendet, die mindestens 6 Monate, nicht aber länger als 4 Jahre nach der Diagnose gesammelt wurden (mediane Dauer von Diagnose bis Datensammlung 2,2 Jahre). Als Angabe für den Konsum vor der KRK-Diagnose wurde diejenige verwendet, die dem letzten Fragebogen vor der Diagnose zu entnehmen war. Im Verlauf des median 7,8 Jahre dauernden Follow-up wurden 803 Todesfälle dokumentiert, von denen 188 auf ein KRK zurückzuführen waren. In multivariable adjustierten Modellen besaßen Kaffeetrinker (mindestens 4 Tassen täglich) im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein um 52 % geringeres Risiko für eine KRK-spezifische Mortalität (Hazard Ratio [HR] 0,48; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,28–0,83; pTrend=0,003) und ein um 30 % geringeres Risiko für Mortalität aufgrund aller Ursachen (HR 0,70; 95 %-KI 0,54–0,91; pTrend=0,001). Ein hoher Konsum von koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee (2 oder mehr Tassen täglich) stand der Auswertung zufolge mit einem geringeren Risiko für eine KRK-spezifische Mortalität und Gesamtmortalität in Zusammenhang. Bei der Untersuchung des Kaffeekonsums vor und nach der Diagnose stellten die Wissenschaftler fest, dass Patienten mit einem durchgängig hohen Konsum (mindestens 2 Tassen pro Tag) im Vergleich zu solchen, die weniger Kaffee tranken (weniger als 2 Tassen täglich) ein signifikant geringeres Risiko für eine KRK-spezifische Mortalität (multivariable HR 0,63; 95 %-KI 0,44–0,89) und Gesamtmortalität (multivariable HR 0,71; 95 %-KI 0,60–0,85) besaßen. Fazit Wie genau Kaffee in der Lage ist, möglicherweise eine KRK-Progression zu reduzieren, bedürfe der Klärung in weiteren Studien, so die Autoren. Autoren: Hu Y et al. Korrespondenz: Mingyang Song, Massachusetts General Hospital and Harvard Medical School, 55 Fruit Street, Boston, MA 02114, USA; [email protected] Studie: Association Between Coffee Intake After Diagnosis of Colorectal Cancer and Reduced Mortality Quelle: Gastroenterology 2018;154(4):916–926.e9 Web: www.gastrojournal.org
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