Kann der Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel depressive Symptome verbessern?1. Oktober 2026 Symbolbild © Attasit/stock.adobe.com Eine vorläufige Studie unter Leitung der University of California, San Francisco (UCSF, USA) liefert weitere Hinweise darauf, dass eine Reduktion hochverarbeiteter Lebensmittel mit einer Verbesserung depressiver Symptome verbunden sein könnte. Die in „JAMA Psychiatry“ veröffentlichte Studie ist nach Angaben der Forschenden die erste Untersuchung, in der depressive Symptome vor und nach einer Umstellung von einer üblichen Ernährung mit einem hohen Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel auf eine stärker an unverarbeiteten Lebensmitteln orientierte Ernährung verglichen wurden. Obwohl die Pilotstudie nur 20 Personen umfasste, „konnte sie erfolgreich zeigen, dass die Durchführung dieser Forschung im Rahmen einer groß angelegten Studie machbar ist“, erklärte der leitende Autor Dr. Andrew Krystal, Inhaber der „Ray and Dagmar Dolby Distinguished Professorship“ an den UCSF-Abteilungen für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften sowie Neurologie. Obwohl nur 20 Personen an der Pilotstudie teilnahmen, habe die Untersuchung die Machbarkeit einer solchen Studie im größeren Maßstab gezeigt, erklärte der leitende Studienautor Prof. Andrew Krystal von der UCSF. Die Teilnehmenden reduzierten ihren Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel um mehr als 85 Prozent und verzeichneten bei drei verschiedenen Depressions-Messwerten moderate bis deutliche Verbesserungen. Auch die Angstsymptome verbesserten sich leicht. Zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln zählen unter anderem abgepackte Snacks, Fast Food, zuckerhaltige Getränke und andere industriell hergestellte Produkte, die beispielsweise Konservierungsstoffe, künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Emulgatoren enthalten können. „Den Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel in unserer Ernährung zu verringern, kann eine Herausforderung darstellen, da diese Produkte schmackhaft, preiswert und praktisch sind“, erklärt die korrespondierende Autorin Dr. Nyasha Chagwedera,Assistant Professor am Department of Psychiatry and Behavioral Sciences der UCSF.Hochverarbeitete Lebensmittel könnten über ihre Zusammensetzung das Belohnungssystem beeinflussen und dadurch das Verlangen nach diesen Lebensmitteln verstärken. Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 44 Jahren; 70 Prozent waren Frauen. Neben Depressionen litten 14 Teilnehmende unter Angstzuständen; zudem wiesen alle einen hohen BMI sowie mindestens eine Stoffwechselstörung auf – etwa Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte LDL-Cholesterinwerte. Die Forschenden teilten die Teilnehmenden in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe setzte ihre bisherige Ernährung vier Wochen lang fort, während die andere auf eine Ernährung mit einem geringen Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel umstellte. Die dafür benötigten Lebensmittel kauften die Teilnehmenden selbst und erhielten dabei Unterstützung durch das Forschungsteam. Nach vier Wochen wechselten die Gruppen die jeweilige Ernährung. Nach Einschätzung der Forschenden könnte ein Zusammenhang zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und Depressionen unter anderem über die Darm-Hirn-Achse vermittelt werden. Chagwedera zufolge könnten Veränderungen der schützenden Darmschleimhaut durch hochverarbeitete Lebensmittel zu einer gestörten Darmbarriere und einer niedriggradigen chronischen Entzündungsreaktion beitragen. Diese wiederum könnte mit depressiven Symptomen zusammenhängen. Die Forschenden wollen die Untersuchung in einer größeren Studie weiterführen. Der Beginn der Rekrutierung für die zweite Studienphase ist für 2028 vorgesehen. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Studie zeigt das Potenzial einer ketogenen Ernährung bei psychotischen Störungen
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