Studie zeigt das Potenzial einer ketogenen Ernährung bei psychotischen Störungen20. Juli 2026 Symbolbild ketogene Diät © Юлия Ромашко/stock.adobe.com Die Studie berichtet über Zusammenhänge zwischen einer ketogenen Ernährung sowie verbesserten kognitiven und psychiatrischen Symptomen bei Personen mit psychotischen Störungen. Eine im „Schizophrenia Bulletin“ veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) von Forschenden der University of California, San Francisco (UCSF) – teilweise finanziert durch das National Institute of Mental Health (NIMH) – erweitert die wachsende Studienlage zum potenziellen Nutzen einer ketogenen Ernährung bei der Behandlung psychotischer Störungen. Die Studie, an der Teilnehmende mit Störungen aus dem Schizophrenie-Spektrum oder einer bipolaren Störung Typ I teilnahmen, zeigte während einer anfänglichen, einmonatigen offenen randomisierten Studienphase rasche metabolische Verbesserungen bei ketogener Ernährung im Vergleich zur gewohnten Ernährung. Darüber hinaus verzeichneten diejenigen, die die optionale, vier Monate dauernde Verlängerungsphase (als einarmige Studie) mit ketogener Ernährung fortsetzten, deutliche Fortschritte in metabolischen, psychiatrischen und kognitiven Bereichen. Ketogene Ernährung verbessert Stoffwechselparameter Von den 58 eingeschlossenen Teilnehmenden schlossen 47 den anfänglichen Vergleich zwischen einer einmonatigen Intervention mit ketogener Ernährung und einer Kontrollgruppe mit gewohnter Ernährung ab. Fünfundzwanzig Teilnehmende entschieden sich dafür, die Intervention im Rahmen einer einarmigen Verlängerung auf insgesamt vier Monate auszuweiten. Die Intervention erwies sich als gut durchführbar: 83 Prozent der täglich überprüften Teilnehmenden blieben während des einmonatigen RCT-Teils in Ketose, in der viermonatigen Verlängerungsphase waren es 94 Prozent; es wurden keine signifikanten Nebenwirkungen der Ernährungsumstellung gemeldet. Nach einem Monat ketogener Ernährung zeigten die Teilnehmenden im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikante Verbesserungen bei wichtigen metabolischen Markern. In dieser kontrollierten Studie waren höhere Ketonspiegel mit einer Senkung des Blutzuckerspiegels und einer Verringerung depressiver Symptome (gemessen mittels PHQ-9) verbunden – auch unter Berücksichtigung des Gewichtsverlusts. Dies deutet darauf hin, dass die Ketose an sich und nicht allein die Gewichtsabnahme eine Rolle bei den beobachteten Effekten spielen könnte. Hinweise auf psychiatrische und kognitive Vorteile Die viermonatige Verlängerungsphase zeigte, dass die metabolischen Verbesserungen bestehen blieben, begleitet von einer signifikanten Verringerung depressiver und schizophrener Symptome sowie einer gesteigerten kognitiven Leistungsfähigkeit. Auch wenn es sich bei der Verlängerung um eine einarmige Studie mit 25 Teilnehmenden handelte, ist sie ein ermutigendes Signal dafür, dass die ketogene Ernährung eine potenzielle Interventionsmöglichkeit bei schweren psychischen Erkrankungen darstellt. „Die Verbesserungen, die wir bei den kognitiven und psychischen Symptomen beobachtet haben, sind für Menschen mit psychotischen Störungen besonders wichtig. Denn die derzeitigen Medikamente, die auf die Psychose abzielen, verbessern nicht das allgemeine psychische Wohlbefinden – einschließlich kognitiver oder depressiver Symptome, die stark beeinträchtigend wirken können“, erklärte die Studienleiterin Dr. Judith M. Ford, Professorin für Psychiatrie an der UCSF und am Weill Institute for Neurosciences. Dr. Ford merkte an, dass die Ergebnisse zwar vielversprechend seien, aber auch die Notwendigkeit größerer, länger angelegter und vollständig kontrollierter Studien unterstrichen, um zu klären, ob sich diese Vorteile auch in größerem Maßstab bestätigen lassen. Größere Studien sollen Wirksamkeit bestätigen Die Autoren betonen, dass eine einmonatige Intervention offenbar nicht ausreicht, um das gesamte therapeutische Potenzial der Maßnahme für die psychische Gesundheit zu erfassen; zudem müssten die nach vier Monaten beobachteten signifikanten kognitiven und psychiatrischen Verbesserungen unter kontrollierten Bedingungen bestätigt werden. Diese Ergebnisse decken sich mit aktuellen Pilotstudien zu Schizophrenie und bipolaren Störungen. Zusammengenommen unterstreichen sie die Notwendigkeit größerer, längerfristiger randomisierter kontrollierter Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer ketogenen Therapie bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen zu überprüfen. „Diese Studie untermauert die Erkenntnis, dass die ketogene Therapie eine praktikable, sichere und potenziell wegweisende Behandlungsoption für schwere psychische Erkrankungen darstellt“, erklärte Jan Ellison Baszucki, Mitbegründerin und Präsidentin der Baszucki Group, die zu den Geldgebern der Studie zählte. „Es ist an der Zeit für vielfältige und nachhaltige Investitionen in eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung metabolischer Ansätze in der Psychiatrie, um den Umfang dieser Studien zu erweitern und das Bewusstsein für deren Potenzial zu schärfen.“ (lj/BIERMANN)
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