Kappa-freier Leichtkettenindex kann zwischen MS, MOGAD und NMOSD unterscheiden22. Februar 2026 Foto: © 24K-Production – stock.adobe.com Der Kappa-freie Leichtkettenindex (κFLC-Index) hat sich als diagnostischer Biomarker für MS etabliert, kann aber auch dabei helfen, die Erkrankung von anderen entzündlichen demyelinisierenden Erkrankungen zu unterscheiden. Dies berichtet ein chinesisches Forscherteam im „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“. Die Wissenschaftler um Seniorautor Haoqin Jiang vom Shanghai Medical College hatten bei 428 Patienten den κFLC-Index bestimmt. Von diesen litten 130 an MS, 41 an einer Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierten Erkrankung (MOGAD), 25 an einer Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung mit Nachweis von Aquaporin-4-Antikörpern (AQP4+ NMOSD), 123 an anderen entzündlichen oder infektiösen neurologischen Erkrankungen (OIND) und 109 an nicht entzündlichen neurologischen Erkrankungen (NIND). Bei allen Studienteilnehmern bestimmte das Team zudem die oligoklonalen Banden (OKB) und prüfte die klinischen Daten. Bei MS war der κFLC-Index (20,1) signifikant höher als bei MOGAD (4,8; p=0,003), AQP4+ NMOSD (4,5; p=0,011), OIND (2,9; p<0,001) und NIND (1,8; p<0,001). Der optimale Cut-off-Wert für den κFLC-Index zur Unterscheidung von MS von den nicht selektiven Kontrollen lag bei 8,3, mit einer Genauigkeit, die mit der von OKB vergleichbar war (AUC 0,84 vs. 0,81; p=0,249). Die optimalen Cut-off-Werte zur Unterscheidung von MS und MOGAD bzw. AQP4+ NMOSD lagen bei 18,5 bzw. 12,1. Auch hier war die Leistung ähnlich wie die von OKB (p=0,756 und 0,064). Die Kombination aus κFLC-Index und OKB übertraf bei der Unterscheidung von MS von nicht selektiven Kontrollen und MOGAD die Leistung von OKB allein (p<0,001 und p=0,044). Weibliches Geschlecht (p=0,009) und eine höhere Leukozytenzahl im Liquor (p<0,001) waren bei MS mit einem höheren κFLC-Index assoziiert. (ej/BIERMANN)
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