Kardiologen fordern nationale Agenda „Kampf dem Herztod“26. April 2019 Foto: © Frins Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland seit vielen Jahren Todesursache Nummer 1. Gesundheitspolitische Strategien und ein vermehrtes Engagement seitens der Politik forderte heute der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK), Prof. Dr. Hugo A. Katus, während der Eröffnungspressekonferenz der 85. Jahrestagung der Gesellschaft in Mannheim. Allein 2017 mussten mehr als 1,7 Millionen Menschen wegen einer Herzerkrankung stationär in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. 2016 starben mehr als 207.000 Patienten in Deutschland an einer kardiologischen Erkrankung. Dies zeigen die Daten des statistischen Bundesamtes und des Deutschen Herzberichtes. „Das ist ein untragbarer Zustand“, so Katus. „Dennoch sind gesundheitspolitische Strategien zur Vermeidung des Herztodes als drängendes Problem von der Regierungskoalition nicht formuliert worden, ebenso wenig wie die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Um diesem Missverhältnis entgegenzuwirken, hält die DGK eine verstärkte Initiative gegen den Herztod für dringend geboten. Die geforderten Maßnahmen umfassen zum einen Pläne zu einer verstärkten Förderung der Forschung in Grundlagenwissenschaften, Translation und Klinik. Darüber hinaus müssen die Strukturen in der Patientenversorgung verbessert werden, damit Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen optimal nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können. „Ein großes und verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass Herzerkrankungen allein durch die Behandlung von Risikofaktoren und einen gesunden Lebensstil vermieden werden können“, erklärt Katus. „Herzerkrankungen treten bei vielen Menschen auf, die sehr gesund leben und keine nennenswerten Risikofaktoren haben, einfach weil – ähnlich wie bei Tumorleiden – auch genetische Veranlagungen für die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich sind. Es wäre zu kurz gegriffen, kardiologische Erkrankungen stets auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen.“ Eine nationale Initiative solle unter anderem dazu beitragen, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, dass Herzerkrankungen nicht nur extrem häufig sind und ein langes Leiden verursachen, sondern häufig einen vermeidbaren vorzeitigen Tod verursachen. Analog zur besonders gelungenen „Dekade gegen Krebs“, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, müsse auch der Herztod energisch bekämpft werden, fordert die DGK.
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