Kardiorenal-metabolisches Syndrom: Fortgeschrittene Stadien mit erhöhtem Krebsrisiko verbunden

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Das kardiorenal-metabolische (CKM) Syndrom ist laut Forschern der Universität Tokio (Japan) auch mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden.

Das CKM-Syndrom ist ein relativ neues Konzept, das die Wechselwirkungen zwischen kardiovaskulären, renalen und metabolischen Erkrankungen hervorhebt. Diese Erkrankungen weisen gemeinsame Risikofaktoren mit Krebs auf, der Zusammenhang zwischen dem CKM-Stadium und dem Krebsrisiko ist jedoch noch unklar.

Ziel einer japanischen Forschergruppe war es nun, diesen Zusammenhang in einer großen, landesweiten Bevölkerungsgruppe zu analysieren. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden in der Fachzeitschrift „Circulation: Population Health and Outcomes“ der American Heart Association (AHA) veröffentlicht.

Daten von fast 1,4 Millionen Menschen

Die Wissenschaftler führten eine retrospektive Kohortenstudie anhand der japanischen DeSC-Datenbank für administrative Abrechnungsdaten durch. Sie schlossen Personen mit verfügbaren Daten zu Gesundheitsuntersuchungen und Versicherungsabrechnungen im Zeitraum von April 2014 bis August 2023 ein. Nach Ausschluss von Personen mit vorangegangener Krebserkrankung oder fehlenden Kovariablen zogen sie schließlich die Daten von 1.390.901 Teilnehmern zur Analyse heran.

Das CKM-Syndrom wird nach Schweregrad in Stadien unterteilt, von Stadium 0 ohne Risikofaktoren bis Stadium 4 mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das jeweilige CKM-Stadium zu Studienbeginn definierten die Autoren gemäß der Stellungnahme der AHA von 2023 und berücksichtigten dabei kardiometabolische Risiken, chronische Nierenkrankheiten und atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Gesamtergebnis zeigte sich, dass der stadienspezifische Zusammenhang über alle Krebsarten hinweg konsistent war. Ein fortgeschrittenes CKM-Stadium, insbesondere Stadium 3 und 4, war mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden:

  • Stadium 1 – 3 Prozent erhöhtes Krebsrisiko
  • Stadium 2 – 2 Prozent erhöhtes Krebsrisiko
  • Stadium 3 – 25 Prozent erhöhtes Krebsrisiko
  • Stadium 4 – 30 Prozent erhöhtes Krebsrisiko

Hochrisikopatienten im Fokus

Diese Ergebnisse erweitern laut den Autoren die klinische Relevanz des CKM-Modells über kardiovaskuläre und renale Endpunkte hinaus und unterstreichen die Notwendigkeit einer integrierten Risikobewertung und Prävention bei multimorbiden Patienten.

„Die Studienergebnisse legen nahe, dass bei Menschen mit CKM-Syndrom neben dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch das Krebsrisiko berücksichtigt werden sollte“, erklärt Hauptautor Prof. Hidehiro Kaneko. Das würde nahelegen, dass die Anhäufung von Risikofaktoren im Rahmen des CKM-Syndroms zur Entstehung verschiedener Krebsarten beitragen kann.

„Für Menschen mit einem bekannten kardiovaskulären Risiko kann die Stadieneinteilung des CKM-Syndroms ein nützliches Instrument sein, um Hochrisikopatienten für mögliche Krebsvorsorgeuntersuchungen und -abklärungen zu identifizieren“, kommentiert Tochukwu Okwuosa vom Rush University Medical Center in Chicago (USA).

Einschränkung der Studie

Den Autoren zufolge besteht eine Einschränkung der Studie darin, dass die Ergebnisse einer Untersuchung an einer japanischen Bevölkerungsgruppe möglicherweise nicht vollständig auf andere Länder übertragbar sind.

Andere Studien haben jedoch „übereinstimmend berichtet, dass Stoffwechsel- und Nierenfunktionsstörungen mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen“, was die Möglichkeit stützt, dass die Ergebnisse auch für andere Bevölkerungsgruppen gelten.

(ri/BIERMANN)

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