NSCLC: Weltweit erste Patientin erhält experimentellen Impfstoff

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Am britischen Clatterbridge Cancer Centre in Liverpool hat die weltweit erste Patientin den NEOVACC-Krebsimpfstoff gegen ihr fortgeschrittenes Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom erhalten, das nur teilweise auf einen Immuncheckpoint-Inhibitor angesprochen hat.

Verabreicht wurde der Impfstoff mithilfe eines nadelfreien Injektionsverfahren, das die Wirksamkeit des DNA-Krebsimpfstoffs durch gezielte Verabreichung in den Muskel optimieren soll.

An der frühen klinischen Studie sind Kliniker und Forscher des Clatterbridge Cancer Centre und der Universität Liverpool − darunter das Liverpool Clinical Trials Centre (LCTC) − beteiligt. Der Impfstoff sei auf die genetischen Veränderungen im Tumor von Patientin Chris J. abgestimmt und solle ihr Immunsystem stärken, so dass sie länger von ihrer Therapie profitieren kann, heißt es auf der Website des Clatterbridge Cancer Centre. Auch von der BBC gibt es bereits einen kurzen Videobericht dazu.

Die Patientin wird über mehrere Monate hinweg weitere Dosen parallel zur Standard-Immuntherapie erhalten. Bereits ihr Vater und Großvater waren laut Clatterbridge Cancer Centre an Lungenkrebs verstorben sowie ihre Tochter an Brustkrebs. Letztere hatte in den Jahren vor ihrem Tod noch Spenden für Krebsorganisationen gesammelt und sich für die Früherkennung stark gemacht.

Targets mit „Doggybone DNA“ in den Impfstoff integriert

Um die Zielmoleküle zu identifizieren, gegen die sich das Immunsystem richten soll, haben Wissenschaftler Computertechnologien des biopharmazeutischen Unternehmens myNEO genutzt. Diese Targets werden mithilfe eines zellfreien Herstellungsverfahrens – bekannt als „Doggybone DNA“ (dbDNA™) – in den Impfstoff integriert. Auf diese Weise sollen Impfstoffkomponenten schnell und kostengünstiger als mit herkömmlichen Methoden produziert werden.

Wie das Clatterbridge Cancer Centre weiter ausführt, ist dbDNA ist Teil des Portfolios proprietärer DNA-Herstellungslösungen des britischen Unternehmens Touchlight, dem marktführenden Anbieter synthetischer DNA. Touchlight nutze Enzyme zur effizienten DNA-Amplifikation im Labor und vereinfache so die Produktion.

In die Phase-I-Studie NEOVACC werden 10 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eingeschlossen. An NEOVACC sind Experten aus vielen verschiedenen Disziplinen beteiligt, darunter Onkologen, Immunologen, Genetiker, Spezialisten für klinische Studien, Teams des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) und Industriepartner. Gefördert wird die Studie mit 2,66 Mio. Pfund aus dem Förderprogramm „Development Pathway Funding Scheme“ des Medical Research Council. (sf/BIERMANN)

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