Mehr Stürze, mehr Schnittverletzungen: Karneval bringt zusätzliche Fälle in die Notaufnahmen11. Februar 2026 Bild: Waldbach – stock.adobe.com In der Faschings- und Karnevalswoche ab Weiberfastnacht verzeichnen Notaufnahmen in vielen Regionen einen Anstieg an Verletzten. Laut DGOU sind die meisten Fälle zwar eher leicht, summieren sich aber insbesondere in Städten mit großen Karnevalsveranstaltungen. „Typisch für diese Zeit sind Schnittwunden, Gelenkverletzungen, vor allem der Sprunggelenke, sowie Verletzungen nach Stürzen oder Auseinandersetzungen“, sagt DGOU-Präsident Prof. Frank Hildebrand. Häufig handele es sich um alkoholbedingte Stürze, etwa bei Fußgängern oder Nutzerinnen und Nutzern von Fahrrädern und E-Scootern. Wie stark die Notaufnahmen gefordert sind, hängt nach Angaben der Fachgesellschaft maßgeblich von der Lage des Krankenhauses ab. Kliniken in unmittelbarer Nähe großer Umzüge oder Feierbereiche verzeichneten deutlich höhere Fallzahlen als Häuser in ruhigeren Stadtteilen. In Kliniken außerhalb der unmittelbaren Veranstaltungszentren bleibe es häufig beim Regelbetrieb. Dennoch könne es auch dort zu einer Fallzahlsteigerung von rund zehn bis 15 Prozent kommen, insbesondere nachts und an den Karnevalstagen mit lokalem Brauchtum. Rettungsdienste und Kliniken stellen sich auf Mehrbelastung ein „Wo gefeiert wird, steigt die Anzahl der Verletzten. Weil solche Ereignisse jedes Jahr wiederkehren und gut vorhersehbar sind, können Rettungsdienste und Krankenhäuser sich rechtzeitig darauf einstellen und Personal sowie Kapazitäten anpassen“, sagt PD Dr. Sebastian Imach, der als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Kliniken der Stadt Köln arbeitet und in der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) mitarbeitet. Orthopädie und Unfallchirurgie sind besonders gefragt Die überwiegend unfallbedinten Knochen-, und Gelenkverletzungen machen die Orthopädie und Unfallchirurgie in der Karnevalszeit besonders gefragt. Die schnelle, fachärztliche Einschätzung der Verletzungsfolgen ist entscheidend, um Patientinnen und Patienten zügig zu versorgen, erläutert die DGOU. Alkoholkonsum spiele bei vielen Unfällen eine zentrale Rolle. Er erhöhe das Risiko für Stürze und Verkehrsunfälle sowie für gewaltassoziierte Auseinandersetzungen. Müdigkeit dagegen werde in der klinischen Praxis deutlich seltener als Unfallursache beobachtet. „Die Karnevalszeit zeigt, dass Orthopädie und Unfallchirurgie auch bei kurzfristigen Belastungsspitzen verlässlich funktionieren“, sagt Prof. Sascha Flohé, DGU-Generalsekretär und stellvertretender Generalsekretär der DGOU. Voraussetzung dafür seien jedoch ausreichend Fachärztinnen und Fachärzte sowie stabile personelle Strukturen, damit Kliniken auch in Ausnahmesituationen leistungsfähig bleiben. Die DGOU appeliert zudem an die Feiernden Alkohol und andere Rauschmittel bewusst und maßvoll zu genießen und in dem Falle auf Fahrten mit Auto, Fahrrad oder E-Scooter zu verzichten.
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