BÄK legt Strategiepapier zur Resilienz des Gesundheitswesens vor

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„Krisen, Kriege und Umweltkatastrophen zeigen: Unser Gesundheitssystem muss deutlich widerstandsfähiger werden“ betonte der BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt mit Blick auf ein Strategiepapier zur Resilienz des Gesundheitswesens.

„Der Gesetzgeber muss dieses Thema mit dem geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz schnell und entschieden angehen“, so Reinhardt weiter. Das Strategiepapier „Im Krisenfall handlungsfähig: Resilienz des Gesundheitswesens aus ärztlicher Sicht“ hat die Bundesärztekammer (BÄK) nach eigener Darstellung im Austausch mit namhaften Expertinnen und Experten unter anderem aus der medizinischen Wissenschaft, der Bundeswehr und dem Bevölkerungsschutz erarbeitet. Es konzentriert sich auf drei zentrale Handlungsfelder: das Zusammenwirken von Akteuren und Ebenen, Ausstattung und Bevorratung sowie die quantitative und qualitative Verfügbarkeit des medizinischen Personals.

Bessere Zusammenarbeit, verlässliche Ausstattung, mehr Personal

Um die Abläufe in Krisensituationen zu verbessern, müsse die Zusammenarbeit aller Akteure auf den unterschiedlichen Ebenen grundlegend verbessert werden, so die BÄK. Deshalb fordert die Ärztekammer für dieses Handlungsfeld unter anderem eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, regelmäßige und auskömmlich finanzierte Übungen und ein Lagezentrum Gesundheit auf Bundesebene, das aktuelle Informationen zu Personal, Versorgungskapazitäten, Materialbeständen oder dem Infektionsgeschehen in Deutschland bündelt. Der Co-Vorsitzende der AG „Resilienz des Gesundheitswesens“ der BÄK, Dr. Edgar Pinkowski, stellt fest: „Wir benötigen in Krisensituationen eindeutige Zuständigkeiten und klare Abläufe. Das Zusammenwirken der verschiedenen staatlichen Ebenen muss besser geordnet werden.“

Ein zweites wichtiges Handlungsfeld ist eine sichere und verlässliche Ausstattung und Bevorratung. Dazu zählt neben dem Schutz von Gesundheitseinrichtungen vor Angriffen, darunter Cyberangriffen, auch die Sicherung von Gesundheitseinrichtungen vor Ausfällen Kritischer Infrastrukturen. Um die derzeitige Lieferkettenfragilität zu überwinden, müssen eine (Wieder-)Ansiedlung von Produktionen in Europa, eine Diversifizierung von Lieferketten und eine strategische Bevorratung in Deutschland und Europa zusammen gedacht werden. Der bereits nach der COVID-19-Pandemie formulierte Plan einer Nationalen Reserve Gesundheitsschutz (NRGS) mit einer Bevorratung für mindestens sechs Monate muss endlich umgesetzt werden.

Resilienz des Gesundheitswesens mitdenken und mitfinanzieren

Schließlich hänge die Resilienz des Gesundheitswesens entscheidend von der Personalverfügbarkeit und -qualifikation ab, so die BÄK. „Wir müssen sicherstellen, dass die Ärztinnen und Ärzte und die Angehörigen der weiteren Gesundheitsberufe in Deutschland optimal auf Krisensituationen vorbereitet sind“, hob der Co-Vorsitzende der AG Resilienz des Gesundheitswesens, Prof. Uwe Ebmeyer hervor. „Das fängt mit gezielter Nachwuchsförderung und guten Rahmenbedingungen an. Außerdem brauchen wir eine bessere Erfassung des verfügbaren Personals und Möglichkeiten der gezielten Qualifikation für Krisenszenarien.“

Die BÄK fordert, die notwendigen Voraussetzungen für ein krisenfestes Gesundheitssystem jetzt zu schaffen. Deshalb müsse die Resilienz des Gesundheitswesens bei künftigen Reformvorhaben von Beginn an mitgedacht und entsprechend finanziert werden.


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