Kassenärztliche Vereinigung Hamburg warnt vor Sparpolitik

Weniger Termine, Aufnahmestopps und längere Wartezeiten: Das sind laut Kassenärztlicher Vereinigung Hamburg die zu erwartenden Folgen geplanter Kürzungen in der ambulanten Versorgung.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) warnt vor dem Hintergrund geplanter Kürzungen in der ambulanten Versorgung vor weniger Terminen, längeren Wartezeiten und Aufnahmestopps in Arztpraxen. Vertragsarztpraxen erhielten „signifikante Anteile“ ihrer Leistung schon heute nicht vergütet, erklärte John Afful, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg bei einer Pressekonferenz. „Vor diesem Hintergrund mutet es einigermaßen befremdlich an, wenn Kassen und Politik jetzt noch mehr Termine, mehr Sprechstunden, mehr Praxiszeit fordern, gleichzeitig aber die Finanzierung weiter zusammenstutzen wollen.“

Kritik an Aufhebung der Entbudgetierung für Haus- und Kinderärzte

Kritik übt die Vereinigung unter anderem an der von der Bundesregierung geplanten Rücknahme des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) und der Entbutgetierung von Haus- und Kinderärzten. Dieses Hin und Her in der Politik und die fehlende wirtschaftliche Planungssicherheit führten auch dazu, dass angehende Ärzte davor zurückschrecken würden, eine eigene Praxis zu öffnen, warnte Michael Reusch, niedergelassener Facharzt für Dermatologie und Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Hamburg. Und das, obwohl das ambulante System auf ärztlichen Nachwuchs, der den Mut habe sich niederzulassen, angewiesen sei.