Kehlkopfkrebs in den USA: Sozioökonomische Faktoren als Prädiktoren13. Juli 2020 Foto: ©momius/Adobe Stock Die Autoren der vorliegenden Studie, Otolaryngologen einer kanadischen Universitätsklinik, identifizierten in ihrer kürzlich publizierten Arbeit sozioökonomische Prädiktoren, die einen Hinweis darauf geben, in welchem Erkrankungsstadium US-amerikanische Patienten mit Kehlkopfkrebs eine Diagnose erhalten. Für die retrospektive Analyse bedienten sich die Forscher an Daten der „North American Association of Central Cancer Registries“. Die Autoren unternahmen ein Review aller Fälle von Kehlkopfkrebs bei erwachsenen Patienten, die zwischen 2005 und 2013 diagnostiziert wurden. Ordinale logistische Regressionsmodelle wurden zur Evaluierung der Chancenverhältnisse (OR) herangezogen, die hinsichtlich des Stadiums (gemäß American Joint Committee on Cancer) als sozioökonomische Indikatoren potenziell prädiktiv sind. Insgesamt listeten die Autoren 72.472 Fälle von Kehlkopfkrebs für den angegeben Zeitraum auf. Die Analyse offenbarte signifikante Korrelationen zwischen einem fortgeschrittenen Tumorstadium und folgenden sozioökonomischen Faktoren: Medicaid-Versicherung (US-Gesundheitsdienst für Bedürftige)keinerlei Krankenversicherungweibliches Geschlechthöheres AlterZugehörigkeit zur afroamerikanischen BevölkerungWohnsitz in bestimmten Bundesstaaten. Als stärkster Prädiktor für ein fortgeschrittenes Krebsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose erwies sich das Fehlen einer Krankenversicherung (OR 2,212; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,035–2,406; p < 0,001). Als stärkster protektiver Faktor entpuppte sich, den Wohnsitz im Bundesstaat Utah zu haben (OR 0,571; 95 %-KI 0,536–0,609; p < 0,001). Nach Adjustierung der vorherrschenden Preis- und Lohnunterschiede in den einzelnen Staaten zeigte sich, dass das relative Einkommen keinen signifikanten Prädiktor für das Krebsstadium zum Diagnosezeitpunkt darstellt. Multiple sozioökonomische Faktoren erwiesen sich als verlässliche Prädiktoren für den Schweregrad der Erkrankung. Die Studie belegt, so die Autoren, dass die Art der Krankenversicherung starke prädiktive Aussagekraft innehat, während das relative Einkommen überraschend geringen Einfluss aufwies. (am) Originalpublikation: Lebo et al. Otolaryngol Head Neck Surg 2019 Nov;161(5):800–806.
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