Kein Zusammenhang zwischen Antibiotika und frühem Darmkrebs in US-Studie

Frau betrachtet nachdenklich Tabletten
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Neue Daten deuten darauf hin, dass orale Antibiotika im Erwachsenenalter kein relevanter Risikofaktor für früh auftretenden Darmkrebs sind.

Eine frühere Einnahme von Antibiotika könnte ein Faktor für die steigende Inzidenz von Darmkrebs bei Menschen unter 50 Jahren (früh auftretender Darmkrebs [EOCRC]) sein. Die wenigen Studien, die diese Korrelation untersucht haben, kommen bislang zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie

Um dazu nun belastbarere Aussagen treffen zu können, hat ein Team des US-amerikanischen Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente die Assoziation zwischen der Einnahme oraler Antibiotika im Erwachsenenalter und EOCRC bewertet. Es führte eine bevölkerungsbasierte verschachtelte Fall-Kontroll-Studie unter Patienten der Kaiser Permanente Northern California im Alter von 18 bis 49 Jahren durch, bei denen zwischen 1998 und 2020 EOCRC (Adenokarzinom des Kolons oder Rektums) diagnostiziert worden war.

Alle Probanden hatten vor der EOCRC-Diagnose mindestens 2 Jahre lang ununterbrochen pharmazeutische Leistungen in Anspruch genommen. Die Fälle wurden im Verhältnis 4:1 mit gesunden Kontrollpersonen hinsichtlich Geburtsjahr, Geschlecht, Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, medizinischer Einrichtung und Dauer der Apothekenleistung abgeglichen.

Keine Assoziation mit Antibiotikaexposition

Eine Antibiotikaexposition, die mehr als ein Jahr vor der Diagnose/dem Indexdatum stattgefunden hatte, wurde anhand der Verschreibungsunterlagen ermittelt. Weiterführende Sensitivitätsanalysen erfolgten zudem bei Personen, für die kontinuierliche Verschreibungsunterlagen für einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren vorlagen.

So konnten 1359 EOCRC-Fälle mit 4711 gesunden Kontrollpersonen abgeglichen werden. Der Antibiotikakonsum im Erwachsenenalter war weder in unbereinigten noch in bereinigten Analysen signifikant mit einem EOCRC assoziiert (adjustierte Odds Ratio 1,04; 95%-Konfidenzintervall 0,94–1,26). Darüber hinaus konnten keine Zusammenhänge mit der kumulativen Anzahl der Verschreibungen oraler Antibiotika oder für einen früheren Zeitraum der Antibiotikaexposition festgestellt werden.

Letztlich geben die Daten dieser großen US-amerikanischen Gesundheitseinrichtung keine schlüssigen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme oraler Antibiotika im Erwachsenenalter und dem Risiko für EOCRC. (je)