Keine Zeit für die Patientenversorgung12. Januar 2023 Foto: Elnur- stock.adobe.com Nicht erst seit der Forderung des Virchowbundes nach einer Vier-Tage-Woche für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte habe sich gezeigt, dass im Rahmen einer Regelarbeitszeit weder im ambulanten noch im stationären Bereich die Nachfrage nach Diagnostik, Therapie, Betreuung und Zuwendung ausreichend erfüllt werden kann, betont die Allianz Deutscher Ärzteverbände. Die Allianz, ein Zusammenschluss von sechs großen ärztlichen Dachverbänden, fordert mit Nachdruck dringend notwendige Reformen und bessere Rahmenbedingungen. „Die Ärzteschaft und deren Fachpersonal müssen rasch wieder in der Lage sein, sich ihren Patienten zu widmen. Zurzeit sitzen sie als Folge einer überbordenden Bürokratie am Schreibtisch – eine untragbare Situation“, erklärt der turnusmäßige Sprecher der Allianz, Dr. Jörg-A. Rüggeberg. „Es ist allen bewusst, dass Niedergelassene als Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen unter Budgetbedingungen verpflichtet sind, 25 Wochenstunden Versorgung für gesetzlich Versicherte anzubieten. Dieser Vorgabe kommen wir selbstverständlich nach, mehr ist aber nicht mehr darstellbar.“ Die Bürokratie erfordert laut der Allianz mittlerweile gut ein Drittel der Arbeitszeit, die den Patienten nicht mehr zur Verfügung steht. Zudem litten die Praxen unter Personalmangel, unter anderem weil die Arbeitszeiten und die Bezahlung in den Praxen schlechter sei als in anderen Dienstleistungsbereichen. „Das Praxispersonal erhielt zudem im Gegensatz zu anderen Gesundheitsberufen keine Coronaprämien, obwohl gerade in den Praxen die Mehrzahl aller an Corona Erkrankten behandelt wurden“, konstatiert die Allianz. In den Kliniken fresse der Bürokratieaufwand, zusätzlich befördert durch ökonomischen Druck, ebenfalls wertvolle ärztliche Behandlungszeit. „Die Arbeitsbedingungen von Ärztinnen und Ärzten und deren Teams müssen sich sofort spürbar verbessern. Leistungen, die nicht bezahlt werden, können auch nicht erbracht werden. Praktisch heißt das: Die Patientenversorgung endet ganz im Sinne der Bürokratie an der 25-Stunden-Grenze“, betont Rüggeberg. „Die Allianz Deutscher Ärzteverbände bietet den Entscheidungsträgern in der Politik ihre Unterstützung an, schnell umsetzbare und wirksame Lösungen mit zu entwickeln, die die Situation der Ärzteschaft und der Patienten und Patientinnen verbessern können“, so der Sprecher der Allianz weiter.
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