Online-Programm zu ketogener Stoffwechseltherapie reduziert Depressionssymptome

Laut einer neuen Studie kann eine ketogene Diät Depressionssymptome lindern. (Symbolbild: © Юлия Ромашко/stock.adobe.com)

Eine neue Studie legt nahe, dass ein online angebotenes, gruppenbasiertes Programm zur ketogenen Stoffwechseltherapie (KMT) zu einer signifikanten und klinisch relevanten Linderung von Depressionen und Angstzuständen führen kann.

Die kleine Studie untersuchte 19 Erwachsene mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen. Dabei zeigte sich, dass eine strukturierte therapeutische ketogene Diät – unterstützt durch Online-Psychoedukation, professionelle Beratung und Unterstützung durch die Gemeinschaft – innerhalb von nur 12 Wochen zu einer Reduktion der Depressionswerte um 62 Prozent und der Angstwerte um 46 Prozent führte.

KMT ist ein ernährungsbasierter Ansatz, der die Energieverwertung im Körper und Gehirn verändert. Durch den Austausch von Kohlenhydraten gegen gesunde Fette wird eine therapeutische Ketose ausgelöst. Dadurch verlagert sich der Stoffwechsel von der Zucker- zur Fettverbrennung, was die Energieversorgung des Gehirns optimiert.

Erin Bellamy, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der University of East London und Hauptautorin der Studie, erklärt: „Herkömmliche Behandlungen wie Antidepressiva und Psychotherapie sind unerlässlich, konzentrieren sich aber oft auf die Symptomlinderung. Die derzeitigen Wartezeiten für Behandlungen stellen eine nationale Krise dar. Diese Ergebnisse zeigen, dass ein metabolischer Ansatz, der in einem kostengünstigen digitalen Gruppenformat angeboten wird, nicht nur machbar, sondern sogar bahnbrechend sein kann.“

Im Gegensatz zu vielen traditionellen Interventionen mit hohen Abbruchraten schlossen 100 Prozent der Teilnehmenden das 12-wöchige Programm ab und befanden sich 85 Prozent der Zeit in Ketose.

In Zukunft seien größere, kontrollierte Studien erforderlich, um die langfristige Nachhaltigkeit dieser Ergebnisse zu evaluieren und zu untersuchen, wie dieses Modell in bestehende Gesundheitssysteme integriert werden kann, um die Belastung des NHS und anderer Gesundheitsdienstleister weltweit zu reduzieren.

(lj/BIERMANN)