Keuchhusten: Erhöhte Diagnosewahrscheinlichkeit bei COPD oder Asthma26. Januar 2024 © deagreez – stock.adobe.com (Symbolbild) Aus der retrospektiven Untersuchung einer südkoreanischen Kohorte von Personen mit bzw. ohne vorbestehende Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma (Alter ≥50 Jahre) geht hervor, dass COPD- oder Asthmapatienten ein erhöhtes Risiko dafür besaßen, dass bei ihnen Pertussis diagnostiziert wurde. Die für die Studie verantwortlich zeichnende Arbeitsgruppe hatte zunächst in einer landesweiten Datenbank (Health Insurance Review and Assessment Service [HIRA]) Patienten dieser Altersgruppe mit einer Pertussisdiagnose identifiziert (Zeitraum 2009–2018). Die mittlere jährliche Inzidenz von Pertussis pro 100.000 Personen und die durchschnittlichen Inzidenzratenverhältnisse (IRR) insgesamt berechneten die Forschenden für Patienten mit vorbestehender COPD oder Asthma im Vergleich zu Patienten ohne eine der beiden Erkrankungen. Außerdem ermittelte die Arbeitsgruppe die zusätzlichen Gesundheitskosten (alle Ursachen und Pertussis-assoziiert) und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems (Anzahl der ambulanten Arztbesuche, Anzahl der Besuche in einer Notaufnahme, Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten) bis zu 12 Monate nach im Vergleich zu 3 Monaten vor der Pertussis-Diagnose und für jede Gruppe (abgeglichen nach Geschlecht, Alter und Charlson-Komorbiditäts-Index). Unter 1011 Pertussis-Fällen machten die Studienautoren 175 Personen mit Asthma und 96 mit COPD aus (wobei sich die Erkrankungen nicht gegenseitig ausschlossen), während 796 der Patienten keine dieser beiden Vorerkrankungen aufwiesen. Die mittlere Pertussis-Inzidenz insgesamt betrug 2,5 bei vorbestehender COPD sowie 3,4 bei Asthma in der Vorgeschichte und 0,5 bei Personen mit keiner der beiden Erkrankungen. Die IRR von Pertussis lag bei Erwachsenen mit vorbestehender COPD bzw. Asthma bei 4,9 (95%-KI 4,0–6,1) bzw. 6,7 (95%-KI 5,7–7,9). Sowohl die COPD-Pertussis-Gruppe als auch die Asthma-Pertussis-Gruppe verursachte 3 Monate nach der Keuchhusten-Diagnose höhere durchschnittliche Gesamtkosten und verbuchte längere Krankenhausaufenthalte als die Gruppe mit Pertussis ohne Asthma oder COPD. Fazit COPD- oder Asthmapatienten besaßen in der Studie ein erhöhtes Risiko dafür, dass bei ihnen Pertussis diagnostiziert wurde. Dementsprechend war im Vergleich zu Personen ohne COPD oder Asthma auch die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht, dass die Betroffenen Ressourcen des Gesundheitssystems in Anspruch nahmen. (ac) Autoren: Chen J et al. Korrespondenz: Ju-Young Shin; [email protected] Studie: Incidence and Healthcare Burden of Pertussis among Older Adults with and without Pre-Existing Chronic Obstructive Pulmonary Disease or Asthma in South Korea Quelle: COPD 2023;20(1):126–134. Web: https://doi.org/10.1080/15412555.2023.2169120
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