Keynote-689: Zwischenergebnisse zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs mit Anti-PD1-Therapie21. Mai 2025 Foto: Mopic/stock.adobe.com Ein Schwerpunkt des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. sind neueste Entwicklungen der Tumor-Therapie. Vorgestellt werden auch Ergebnisse einer Phase-III-Studie zur Anti-PD1-Therapie. Im Rahmen der medikamentösen Tumortherapie von Kopf-Hals-Malignomen gibt es insbesondere in der palliativen Therapie neue Zulassungen, die zur Änderung von Therapiestandards führen. Gleichzeitig bestehen für einige Therapien molekulare Biomarker, die neben klinischen Faktoren zur Therapieauswahl in Betracht gezogen werden können. Diese Entwicklungen werden in einer Referatesitzung von Prof. Simon Laban, Oberarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Ulm, zusammengefasst und mögliche Strategien zur Lösung der Spannung zwischen Standardisierung und Personalisierung aufgezeigt. Erstmals seit der Präsentation auf dem Kongress der American Association for Cancer Research (AACR) Ende April werden die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studie KEYNOTE-689 (NCT03765918) auf einem Deutschen Kongress beschrieben und eingeordnet. Die Studie KEYNOTE-689 untersucht den neoadjuvanten und adjuvanten Einsatz der Anti-PD-1-Therapie mit Pembrolizumab in Kombination mit einer adjuvanten Standardtherapie (SOC) bei Patienten mit resektablem, lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (Stadium III oder IVA). Die Anti-PD-1-Therapie unterstützt die Fähigkeit des körpereigenen Immunsystems, Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. Die Ergebnisse der ersten Zwischenanalyse zeigen eine signifikante Verbesserung des ereignisfreien Überlebens (EFS) im Vergleich zur alleinigen Operation mit adjuvanter Standardtherapie (Strahlentherapie mit oder ohne Cisplatin). „Die jetzt präsentierten Daten der KEYNOTE-689-Studie belegen eindrücklich die signifikante Verbesserung des ereignisfreien Überlebens durch die perioperative Gabe von Pembrolizumab bei Patienten mit resektablen, lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Karzinomen. Dies könnte einen Paradigmenwechsel in der Behandlung dieser Patientengruppe darstellen und sich als neuer Standard etablieren“, fasste Univ.-Prof. Jens Peter Klußmann, Vorsitzender der Session zur Aktuellen Forschung Kopf-Hals-Tumore die Bedeutung der Ergebnisse zusammen. In der Vergangenheit wurden Patienten mit LA-HNSCC entweder zunächst operiert und anschließend adjuvant behandelt oder einer Chemotherapie unterzogen. Die Ergebnisse waren jedoch nicht optimal und die Patienten litten unter den Nebenwirkungen. Dr. Ravindra Uppaluri, Co-Studienleiter und Direktor für Kopf- und Halschirurgie am Brigham and Women’s Hospital und Dana-Farber Cancer Institute, Boston/USA betonte: „Als erste positive Studie seit über zwei Jahrzehnten für Patienten mit resektablem, lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich stellt KEYNOTE-689 eine bedeutende Entwicklung dar, die das Potenzial hat, bestimmten Patienten mit LA-HNSCC eine Option zu bieten, mit der sie das Risiko eines Rezidivs und eines Fortschreitens der Erkrankung zu einem früheren Zeitpunkt ihrer Behandlung senken können.“ Highlights beim HNO2025 zum Thema Kopf-Hals-Tumore: Donnerstag, 29. Mai, 09:45 – 11:15 Uhr: „Kopf-Hals-Tumore – Medikamentöse Tumortherapie“ Medikamentöse Tumortherapie von Kopf-Hals-Tumoren – zwischen Standardisierung und Personalisierung (Laban/Ulm) Therapeutische Ansätze mit HPV-Vakzinen bei HPV-assoziierten Oropharynxkarzinome (Klinghammer/Berlin) Neoadjuvante Ansätze: Erfolg durch Immuntherapie? (Pogorzelski/Essen) Donnerstag, 29. Mai, 14:00 – 15:35 Uhr: „Kopf-Hals-Tumore – Aktuelle Forschung“ Neoadjuvant-adjuvant (neoadj-adj) pembrolizumab (pembro) plus standard of care (SOC) in resectable locally advanced head and neck squamous cell carcinoma (LA HNSCC): phase 3 KEYNOTE-689 study (Laban/Ulm) Geschlechtsspezifische Prognoseunterschiede bei Kopf-Hals-Tumorpatient:innen (Vahl/Ulm) Zwischenbericht über das Oropharynxkarzinom-Register des deutschen Studienzentrums für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Bevis/Göttingen)
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