Kinder mit monogener CED profitieren von hämatopoetischer Stammzelltransplantation28. Mai 2025 Foto: © JR-50 – stock.adobe.com Eine retrospektive Studie aus den USA zeigt, dass die hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) eine hochwirksame Methode zur Behandlung von pädiatrischen Patienten mit monogener chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) ist. Mehr als 90 Prozent der so behandelten Kinder erreichten eine anhaltende medikamentenfreie Remission. Während die meisten Formen von CED durch ein komplexes Zusammenspiel von Umwelteinflüssen, Immunreaktionen und genetischer Veranlagung verursacht werden, sind monogene CED auf Defekte in einem einzigen Gen zurückzuführen. Die klinischen Symptome können bei Patienten mit allen Arten von CED ähnlich sein. Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede, wie beispielsweise das vorwiegend jüngere Erkrankungsalter bei Patienten mit monogener CED, die häufig bei Kindern mit sehr frühem Erkrankungsbeginn (VEO-CED) auftritt. Die Erkrankung kann auch aggressiver verlaufen und weniger gut auf herkömmliche CED-Therapien ansprechen. Darüber hinaus können Patienten zusätzliche Komplikationen im Zusammenhang mit einer zugrunde liegenden Immundefizienz und damit verbundenen Autoimmunerkrankungen entwickeln. Zusammen führen diese Faktoren häufig zu häufigeren Erkrankungen, Krankheitsschüben und Krankenhausaufenthalten. Eine Behandlungsoption, die bei Kindern mit monogener CED zu einer anhaltenden medikamentenfreien Remission führen kann, ist die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT). Um die Wirksamkeit der HSCT bei einer größeren Kohorte von Kindern mit monogener CED zu bestimmen, arbeiteten Gastroenterologen des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP), USA, mit Forschern des Programms für integrierte Immundefizienz und Zelltherapie des CHOP zusammen. „Je jünger der Patient ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir ein einzelnes Gen finden, das seine CED verursacht“, erklärte die Erstautorin der Studie, Dr. Alyssa Baccarella, MS, Oberärztin in der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung am CHOP. „Durch die Identifizierung dieser Gene mittels Gensequenzierung können wir die Therapie für Patienten mit identifizierten Defekten wirklich personalisieren. Dank der Fortschritte bei den Protokollen in den letzten Jahrzehnten ist die Stammzelltransplantation sicherer und wirksamer geworden.“ In der retrospektiven Studie untersuchten die Forscher 25 Patienten, die zwischen 2012 und 2022 wegen monogener CED mit einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation behandelt wurden. Vor der Stammzelltransplantation benötigten 76 Prozent dieser Kinder eine immunsuppressive Therapie, 20 Prozent wurden wegen CED operiert. Die Ergebnisse der Studie zeigen nun, dass bei der letzten Nachuntersuchung alle 25 Patienten überlebt und 92 Prozent eine anhaltende medikamentenfreie Remission der CED erreicht hatten. Darüber hinaus konnten bei 60 Prozent der Patienten, die zuvor aufgrund ihrer schweren Erkrankung eine Ileostomie erhalten hatten, der Dünndarm wieder mit dem Dickdarm verbunden und die Ileostomie rückgängig gemacht werden. In der gesamten Studienpopulation zeigten die Patienten eine signifikante Verbesserung des Wachstums, einen erheblichen Rückgang der Krankenhausaufenthalte und deutlich seltener schwere Infektionen. „Diese Ergebnisse bieten zusammen mit ähnlichen Befunden in der Literatur neue Hoffnung für unsere Patienten mit dieser schweren Form der CED“, resümierte die leitende Studienautorin Judith R. Kelsen, MD, Programmdirektorin der VEO-CED-Klinik und Inhaberin des Richard-und-Ann-Frankel-Lehrstuhls für Gastroenterologieforschung am CHOP. „Unsere Erfahrung zeigt eindeutig, dass ein multidisziplinärer, kooperativer Teamansatz für die Identifizierung geeigneter Transplantationskandidaten unerlässlich ist. Während die HSCT derzeit nur für eine Untergruppe von Patienten mit monogener CED indiziert ist, könnten die aus der Untersuchung dieser Fälle gewonnenen Erkenntnisse zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansatzpunkte für die breitere CED-Population beitragen.“
Mehr erfahren zu: "Fette in Säuglingsnahrung können zu frühen Lebererkrankungen beitragen" Fette in Säuglingsnahrung können zu frühen Lebererkrankungen beitragen Bestimmte Fette, die in einigen Säuglingsnahrungen verwendet werden, können die sich entwickelnde Leber belasten und zu frühen Anzeichen einer steatotischen Lebererkrankung beitragen. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die […]
Mehr erfahren zu: "Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar" Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar Häufige Kontrolltermine, Unsicherheiten vor Eingriffen und Sorgen um Schule oder Entwicklung belasten viele Familien mit einem Kind mit angeborenem Herzfehler deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg.
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.