Kinder-und Jugendärzte fordern Werbeverbot für “Dickmacher-Lebensmittel”19. Juli 2018 Foto: © Myst – Fotolia.com Nach der Veröffentlichung einer Studie, die nachweist, dass Kinder schon durch eine kurze Werbeeinwirkung messbar mehr Kalorien pro Tag zu sich nehmen, hat der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) seine Forderung nach einem Werbeverbot für dickmachende Lebensmittel bekräftigt. “Wieder ist eine wissenschaftliche Studie erschienen, die den Zusammenhang zwischen Werbung und Übergewicht bei Kindern nachweist. Wann wird die Politik endlich handeln und ein Werbeverbot für dickmachende Lebensmittel erlassen? Wann wird sie endlich erkennen, dass frühes Übergewicht zur chronischen Krankheit Adipositas und lebensverkürzenden Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, orthopädischen Problemen sowie zu Karies führt?” Mit diesen Worten reagierte BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach auf die Veröffentlichung einer australischen Studie mit 160 Teilnehmern. “Fehlernährung und mangelnde Bewegung sind Kinder-Dickmacher, gegen die Eltern etwas tun können. Gegen Werbung sind sie jedoch machtlos. Kinder, die im Fernsehen oder bei Computerspielen ständig Essen sehen, wollen auch ständig essen. Meist enthalten die angepriesenen Produkte jede Menge Fett und Zucker. Es ist unfassbar, dass der Staat die Eltern mit diesem Problem alleine lässt. Wir brauchen endlich ein Werbeverbot, um vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien zu schützen”, forderte Fischbach. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen für verantwortungsvollere Werbung seitens der Industrie hätten bisher nichts bewirkt. Jetzt sei die Bundesregierung am Zug, rechtliche Regelungen mit konkreten Zeitvorgaben für Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel zu erarbeiten. “Dafür kämpfen wir als Kinder- und Jugendärzten seit mehr als zehn Jahren. Außer dem Werbeverbot brauchen wir auch schnell eine einfache Lebensmittelkennzeichnung und eine Zuckersteuer. Diese Maßnahmen sowie Elternaufklärung und gesundes Schul- und Kitaessen werden helfen, die epidemische Verbreitung von Übergewicht einzudämmen”, ist Fischbach überzeugt. Kinder und Jugendliche würden so besser vor ungesunden, vor allem vor zu süßen und fetten Lebensmitteln geschützt, die dick und krank machen. Damit könne “tausendfaches individuelles Leid und hohe Kosten” vermieden werden, die den Sozialsystemen durch Krankenhausaufenthalte, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung entstehen und die letztlich die gesamte Gesellschaft treffen.
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