Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg hat eine neue Ärztliche Direktorin2. November 2023 Prof. Louise Poustka (Quelle: privat) Seit dem 1. Oktober 2023 ist Prof. Luise Poustka neue Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Franz Resch an, der die Klinik 29 Jahre leitete. „Ich freue mich, dass Professorin Poustka mit ihrer ausgewiesenen Expertise in der Früherkennung und Therapie bei Autismus-Spektrum-Störungen die bewährten Schwerpunkte der Klinik – wie die AtRisk-Ambulanz für Jugendliche mit selbstschädigendem Verhalten oder das interdisziplinäre Frühbehandlungszentrum für junge Menschen in Krisen – erweitern und neue Versorgungsangebote für betroffene Familien einrichten wird”, sagte Prof. Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor des UKHD. Bis zu ihrem Wechsel nach Heidelberg leitete Poustka die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. Das Team der Klinik behandelt und betreut jährlich mehr als 200 junge Patientinnen und Patienten stationär und teilstationär, dazu kommen mehr als 2000 ambulante Patientenkontakte. „Die Klinik bietet ein modern aufgestelltes Behandlungsspektrum und ist eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen aus der Region und darüber hinaus. In den kommenden Jahren wollen wir mit Neubauten und Gebäudesanierungen die Räumlichkeiten modernisieren mit dem Ziel, dadurch auch die dringend benötigte Aufstockung der Behandlungsplätze realisieren zu können“, erklärte Katrin Erk, Kaufmännische Direktorin des UKHD. Als zukünftige wissenschaftliche Schwerpunkte der Klinik nennt Poustka unter anderem die Erforschung der Entstehung, die Früherkennung und Frühintervention bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen und anderen Neuroentwicklungsstörungen. „Wenn betroffene Familien möglichst früh beraten und geschult werden, lässt sich durch eine angepasste und fördernde Interaktion mit dem Kind die Schwere der Symptome positiv beeinflussen“, berichtet Poustka. „Unsere Forschung an verhaltensdiagnostischen Markern im Säuglingsalter und familiären Risikofaktoren ist daher ein wichtiger Beitrag, um zukünftig Familien schon deutlich früher unterstützen zu können.“ hre Arbeiten ergänzen unter anderem die etablierten Forschungsschwerpunkte des Zentrums für Psychosoziale Medizin zu Eltern-Kind-Interaktionen sowie des Instituts für Humangenetik zu den genetischen Ursachen von Autismus-Spektrum-Störungen. „Wir freuen uns, dass wir mit Professorin Poustka eine herausragende Wissenschaftlerin und Ärztin gewinnen konnten, die unser bewährtes Konzept der interdisziplinären Zusammenarbeit weiter stärken wird“, freut sich Prof. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, über die Neuberufung. Um betroffene Kinder und ihre Familien möglichst früh unterstützen zu können, will Poustka ein Autismus-Therapiezentrum (ATZ) für Vorschulkinder aufbauen. Wissenschaftlich basierte Therapieprogramme für diese Altersgruppe sind bereits gut etabliert und sollen auch in Heidelberg zur Anwendung kommen. „Für eine optimale Versorgung benötigt es darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit mit Jugend- und Sozialämtern, Kinderkliniken und natürlich niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Dafür stehen die Voraussetzungen hier in Heidelberg sehr gut“, sagt sie. Ein weiteres Anliegen ist ihr die Gewinnung und Förderung angehender Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiater: „Unser Fach hat eine zentrale Bedeutung für die mentale Gesundheit nicht nur der Kinder und Jugendlichen, sondern für die gesamte Bevölkerung. Leider kommen angehende Ärztinnen und Ärzte im Studium erst sehr spät mit der Kinderpsychiatrie in Berührung, und das müssen wir ändern. Ich möchte den Studierenden möglichst schon im ersten oder zweiten Semester für das Fach begeistern, beispielsweise mit kreativen Lehrformaten, in denen psychopathologische Phänomene an Hand von bekannten Filmen erarbeitet werden.“
Mehr erfahren zu: "Alzheimer-Medikament zeigt Wirkung gegen Sichelzellanämie" Weiterlesen nach Anmeldung Alzheimer-Medikament zeigt Wirkung gegen Sichelzellanämie Ein seit Langem zugelassenes, kostengünstiges Alzheimer-Medikament könnte künftig auch Patienten mit Sichelzellanämie helfen. Erste klinische Daten einer internationalen Forschungsgruppe unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) zeigen, dass der Wirkstoff […]
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.