ETMR: Forschende knacken das Geheimnis der Therapieresistenz9. März 2026 Foto: © maniki – stock.adobe.com Embryonale Tumoren mit mehrreihigen Rosetten (ETMR) gehören zu den seltensten und aggressivsten Hirntumoren im frühen Kindesalter. Trotz intensiver Therapie ist die Prognose bislang sehr schlecht. Ein Forschungsprojekt der Universität Münster liefert nun neue Erkenntnisse darüber, warum diese Tumoren so therapieresistent sind. Schematischer Überblick über die Ergebnisse des Projekts. (Quelle: © Kornelius Kerl) Das Team um Prof. Kornelius Kerl konnte erstmals auf Einzelzellniveau nachweisen, dass ETMR aus mehreren unterschiedlichen Tumorzellzuständen bestehen, die frühen Phasen der neuronalen Entwicklung ähneln. Besonders die stammzellenähnlichen Tumorzellen erwiesen sich als hoch resistent gegenüber einer Chemotherapie. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die entscheidende Rolle der Tumormikroumgebung: Perizyten bilden gemeinsam mit stammzellennahen Tumorzellen eine geschützte Nische im Tumor. Über PDGF(Platelet Derived Growth Factor)-abhängige Signalwege stabilisieren sie den therapieresistenten Zustand der Tumorzellen und begünstigen so deren Überleben unter Chemotherapie. Tumormilieu schützt Krebzellen vor Chemotherapie „Unsere Daten zeigen, dass ETMR-Tumorzellen ihre Umgebung aktiv umprogrammieren und so ein Milieu schaffen, das ihr Überleben auch unter Chemotherapie begünstigt“, erklärt Kerl, der am Universitätsklinikum Münster den Bereich Experimentelle Pädiatrische Hämatologie und Onkologie leitet. „Gleichzeitig konnten wir nachweisen, dass diese Wechselwirkungen gezielt gestört werden können.“ In innovativen 3D-Modellen menschlicher Hirnorganoide sowie in Mausmodellen führte die pharmakologische Hemmung des PDGF-Signalwegs zu einer deutlichen Reduktion perizytenähnlicher Zellen und zu einer verminderten Tumorvariabilität. Damit identifiziere die Studie einen vielversprechenden neuen therapeutischen Ansatz für eine bislang kaum behandelbare Tumorenität, erklärte die Wilhelm Sander-Stiftung, die das Projekt mit 200.000 Euro gefördert hat.
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