Kleinzelliger Lungenkrebs: Mithilfe von Radiomics lassen sich Risiko-stratifizierte Entscheidungen treffen

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Bei der Behandlung des Kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) stellt die Entwicklung einer Resistenz gegen ­die eingesetzte Chemotherapie ein anhaltendes Problem dar. Der Einsatz von „Radiomics“ könnte das nun ändern.

Mittels radiologischer Bildgebung und Künstlicher Intelligenz (KI) konnten in einer Studie radiomische Biomarker identifiziert und sowohl das progressionsfreie als auch das Gesamtüberleben bei Patienten mit SCLC vorhergesagt werden.

Diese Ergebnisse liefert die Studie eines Forschungsteams um Erstautor Dr. Mohammadhadi Khorrami von der Emory University und dem Georgia Institute of Technology (USA). Es schloss 660 Patienten aus drei Standorten ein, darunter 190 Patienten mit Limited Stage (LS) und 470 Patien­ten mit Extensive Stage (ES) SCLC.

Erkenntnisse aus Tortuosität von Gefäßen

Die Forschenden werteten Computertomographie-Scans dieser Patienten aus und extrahierten aus ihnen mithilfe von KI radiomische und quantitative Merkmale der Gefäß-Tortuosität. Anschließend erstellten sie unter Verwendung eines LASSO-Cox-Regressions­modells einen Risiko-Score für ES-SCLC-Patienten (ESRS) und LS-SCLC-Patienten (LSRS).

Der ESRS war bei Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, sowohl im Trainings- als auch in zwei unabhängigen Validierungssets mit dem progressionsfreien und dem Gesamtüberleben assoziiert. Gleichzeitig wurde durch den ESRS der Zusatznutzen einer CHIO gezeigt: Bei Hochrisikopatienten verbesserten sich das progressionsfreie Überleben (Hazard Ratio [HR] 0,68; adjustiertes p<0,001) und das Gesamtüberleben (HR 0,78; adjustiertes p=0,026) im Vergleich zur Chemotherapie.

Der LSRS stand im Trainings- und zwei unabhängigen Validierungssets bei Patienten, die mit einer Radiochemotherapie behandelt wurden, ebenfalls mit dem progressionsfreien Überleben in Zusammenhang.

Darüber hinaus stellten die Forschenden fest, dass die radiomischen Merkmale mit histopathologischen Analysen der Tumoren übereinstimmten. Demnach bieten „Radiomics“ ein geeignetes, prognostisches Tool, das die Behandlung von SCLC-Patienten sinnvoll begleiten und Risiko-stratifizierte Entscheidungen steuern könnte.

(mkl)