Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist “Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG”10. November 2022 Foto: © JPC-PROD, stock.adobe.com Diabetes ist die Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland. Über sechs Millionen Menschen sind betroffen. Sie brauchen fachübergreifende Behandlung in spezialisierten Zentren, Kliniken oder Praxen. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten, zertifiziert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Einrichtungen, die hohe definierte Anforderungen erfüllen. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Ulm (UKU) hat nun von der DDG das Zertifikat „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ erhalten. Diabetes mellitus ist eine komplexe Krankheit mit unterschiedlichen Ausprägungen. Man unterscheidet Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Im Kindes- und Jugendalter herrscht der Typ 1 Diabetes vor, der durch eine Störung des Immunsystems hervorgerufen wird. Die Funktion der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse wird dabei geschwächt, ein Insulinmangel entsteht und die Blutzuckerwerte steigen an. Die Kinder und Jugendlichen müssen zeitlebens eine Substitution von Insulin erhalten. Moderne technische Entwicklungen ermöglichen heute die Anwendung von Pumpen zur Insulingabe und von Glukose-Sensoren zur Kontrolle und Therapiesteuerung. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzt*innen, Diabetes-Berater*innen, Psycholog*innen Ernährungsberater*innen, Physiotherapeut*innen, Sozialarbeiter* innen, ist in der Versorgung der Kinder, Jugendlichen und deren Familien tätig.Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKU wurde als „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ zertifiziert. Prof. Dr. Martin Wabitsch, ärztlicher Leiter des Diabeteszentrums erläutert: „Die Zertifizierung der DDG zeigt uns und unseren Patient*innen und deren Familien, dass unsere Behandlung in allen Bereichen – Therapie, Beratung und Schulung – den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Das bringt unseren Patientinnen und Patienten Sicherheit und ist für uns und unser Team zugleich eine Anerkennung für die täglich zu leistende Arbeit.“In den Leitlinien von Fachgesellschaften wie der DDG sind wissenschaftlich fundiert die aktuellen Empfehlungen für die Behandlung von Diabetes in Klinik und Praxis festgehalten. Aus diesen Leitlinien hat die DDG auch die Richtlinien für die Zertifizierung der spezialisierten Behandlungseinrichtungen für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 abgeleitet. Erhält eine Einrichtung eines der Zertifikate der DDG, können Patient*innen sicher sein, dass sie in dieser Klinik oder Praxis optimal, sprich: leitliniengerecht, behandelt werden. Die Zertifizierung ist damit ein „Qualitätssiegel“ und dient der Orientierung auf der Suche nach geeigneten Behandlern.Der Diabetologe Prof. Dr. Martin Wabitsch ist optimistisch und betont: „Diabetes kann man zwar nicht im klassischen Sinn heilen. Aber richtig eingestellt und mit entsprechender Schulung und Unterstützung durch die Erziehungsberechtigten kann jedes Kind mit Diabetes gut und ohne große Einschränkungen leben. Dabei helfen wir.“Die DDG unterscheidet zwei Kategorien: „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ und „Zertifiziertes Diabeteszentrum Diabetologikum DDG mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement“. Um zertifiziert zu werden, muss die Einrichtung Erfahrung nachweisen, das heißt, pro Quartal 200 Menschen mit Diabetes Typ 2 und/oder 50 Menschen mit Diabetes Typ 1 leitliniengerecht behandelt haben. Das gilt für den ambulanten Bereich. Im stationären Bereich beziehen sich diese Zahlen auf ein Jahr.Seit 2005 vergibt die DDG die Zertifizierung für Diabetesbehandlungs-Einrichtungen in Klinik und Praxis. Aktuell sind durch den Ausschuss Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung (QSW) der DDG rund 400 Einrichtungen als „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ zertifiziert.
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