Können neue Behandlungsmöglichkeiten die sozioökonomischen Auswirkungen von Migräne reduzieren?

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Pochende Kopfschmerzen, Übelkeit, Überempfindlichkeit gegen Licht: In Deutschland leiden rund 15,5 Millionen Menschen an Migräne. Die Krankheit schränkt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ein, sondern hat auch erhebliche wirtschaftliche Folgen, wie eine Studie im Auftrag des Pharmaunternehmens Novartis zeigt.

Danach liegen die sozioökonomischen Verluste durch die Erkrankung bei 100,4 Milliarden Euro jährlich – das sind der Studie zufolge durchschnittlich 6493 Euro pro Patient allein in Deutschland.

“Arzneimittel zur Hemmung sogenannter Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) haben das Potenzial etwa 166 Millionen Migränetage in Deutschland zu verhindern“, sagt Prof. Dennis Ostwald, WifOR-Geschäftsführer und Forschungsfeldleiter Gesundheitsökonomie. „Dies entspricht knapp 340 Millionen bezahlten und unbezahlten Arbeitsstunden pro Jahr und einem vermeidbaren Produktivitätsverlust von 27 Milliarden Euro.“ Die Studie „The Social Impact of prophylactic migraine treatments in Germany – A state transition and open cohort approach“ zeigt, dass für jeden in CGRP-Therapien investierten Euro 3,16 Euro in Form von Social Impact generiert werden. 

Zur Studie:

Die in der Studie herangezogenen Daten zur Kopfschmerzhäufigkeit stammen aus einer bevölkerungsweit angelegten Langzeitstudie, die Daten zur Effektivität neuer Behandlungsalternativen basieren auf mehreren klinischen Studien. Die Berechnungen zur Verbreitung von Migräne beruhen auf Daten des Global Burden of Disease Collaborative Network. Der monetäre Wert bezahlter Ausfallstunden wurde anhand branchenüblicher Werte berechnet, unbezahlte Ausfallstunden anhand der nächstgelegenen marktüblichen Ersatztätigkeit. Die ökonomischen Wertschöpfungsketteneffekte basieren auf sogenannten Wertschöpfungsmultiplikatoren.

Originalpublikation:
Seddik AH et al. The Social Impact of prophylactic migraine treatments in Germany – A state transition and open cohort approach. Value in Health 2021;24(10):1446–1453.