Körperliche Aktivität bei pulmonal-arterieller Hypertonie erhöhen22. Oktober 2021 © Racle Fotodesign – stock.adobe.com (Symbolbild) Sport tut Patientinnen und Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) bekanntermaßen gut. In der Regel werden entsprechende Interventionen fachlich begleitet beziehungsweise unter Aufsicht durchgeführt. In einer aktuellen Studie haben deren Autorinnen und Autoren nun bewertet, wie es sich mit der Wirkung einer unbeaufsichtigten Intervention verhält, bei der die Betroffenen Textnachrichten auf ihrem Handy erhalten. Die Frage war, ob sich durch eine solche Maßnahme die Schrittzahl von PAH-Patientinnen und -Patienten erhöhen lässt. In der parallelarmigen, einfach verblindeten klinischen Untersuchung wurden 42 Personen randomisiert für einen Zeitraum von 12 Wochen für eine Standardversorgung oder eine SMS-basierte Intervention. Im Interventionsarm erhielten die Teilnehmenden pro Tag 3 automatisch erstellte Textnachrichten mit einer Aktualisierung der Schrittzahl in Echtzeit sowie motivierende Botschaften. Die individuellen Schrittziele wurden alle 4 Wochen um 20% erhöht. Den primären Endpunkt bildete die durchschnittliche Schrittzahl in Woche 12. Sekundäre Endpunkte waren das Ergebnis beim 6-Minuten-Gehtest, die Lebensqualität, die Funktion des rechten Ventrikels und die Körperzusammensetzung. Die Forschenden beobachteten, dass die Veränderung der rohen Schrittzahl zwischen Beginn der Intervention und Woche 12 in der Interventionsgruppe größer war (1409 Schritte; IQR -32 bis 2220 vs. -149 Schritte; IQR -1010 bis 735; p=0,02). Dieser Unterschied blieb nach Anpassung an Alter, Geschlecht, Ausgangsschrittzahl und Funktionsklasse bestehen (modellgeschätzte Differenz 1250 Schritte; p=0,03). Die Personen im Interventionsarm kamen an allen Tagen zwischen Tag 9 und 84 auf eine höhere durchschnittliche Schrittzahl (p<0,05, alle Tage). Bei der 6-Minuten-Gehstrecke in Woche 12 wurde kein Unterschied beobachtet. Die Analyse der sekundären Endpunkte deutete auf Verbesserungen des emPHasis-10-Scores hin, mit dem die Beeinträchtigung des Alltages durch die PAH gemessen wurde (adjustierte Veränderung –4,2; p=0,046). Ebenso gab es Hinweise auf eine Verringerung des viszeralen Fettvolumens (adjustierte Veränderung –170 ml; p=0,023) und auf eine nahezu signifikante Verbesserung in der systolischen Exkursion der Trikuspidalringebene (modellgeschätzte Differenz 1,2 mm; p=0,051). Fazit Diese Studie zeigte die Machbarkeit einer automatisierten SMS-basierten Intervention zur Steigerung der körperlichen Aktivität bei Patienten mit PAH. Weitere Studien sind erforderlich, um die Wirkung der Intervention auf die klinischen Ergebnisse zu untersuchen. (ac) Autoren: Hemnes AR et al. Korrespondenz: Evan L. Brittain; [email protected] Studie: A Mobile Health Intervention to Increase Physical Activity in Pulmonary Arterial Hypertension Quelle: Chest 2021;160(3):1042–1052. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2021.04.012
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