Kognitive Verhaltenstherapie bei CED: Angst und Depressionen nicht signifikant beeinflusst

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Angstzustände und depressive Symptome sind bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) weit verbreitet und können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Die Krankheitsaktivität könnte durch die Behandlung der psychischen Symptome positiv verändert werden.

Daher untersuchte ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Johanna Escher die Wirksamkeit einer kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) auf den klinischen Krankheitsverlauf bei 10 bis 25-jährigen CED-Patienten mit subklinischen Ängsten und/oder Depressionen.

In der multizentrischen Parallelgruppenstudie wurden CED-Patienten entweder einer CBT zusätzlich zur medizinischen Standardversorgung (care as usual, CAU) oder nur einer CAU nach dem Zufallsprinzip zugeteilt. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum ersten Rückfall in den ersten 12 Monaten. Sekundäre Endpunkte waren die klinische Krankheitsaktivität, fäkale Calprotectin-Spiegel und CRP-Werte. Zum Vergleich der beiden Gruppen wurden Überlebensanalysen und lineare Mischmodelle durchgeführt.

Insgesamt wurden 70 Patienten randomisiert: 37 Patienten in der CBT+CAU-Gruppe und 33 Patienten in der CAU-Gruppe. Das Durchschnittsalter lag bei 18,3 Jahren (±50 % <18 Jahre; 31,4 % männlich; 51,4 % M. Crohn; 93 % in Remission). Die Zeit bis zum ersten Rezidiv unterschied sich nicht zwischen Patienten in der CBT+CAU-Gruppe und der CAU-Gruppe (n=65; p=0,915). Darüber hinaus veränderten sich die klinische Krankheits-aktivität, die fäkalen Calprotectin-Spiegel und die CRP-Werte im Laufe der Zeit zwischen/innerhalb beider Gruppen nicht signifikant.

Jedoch ergaben explorative Analysen bei 10 bis 18-jährigen Patienten einen Anstieg der fäkalen Calprotectin-Spiegel um neun Prozent pro Monat und einen Anstieg des Serum-CRP-Wertes um sieben Prozent pro Monat in der CAU-Gruppe, der in der CAU+CBT-Gruppe hingegen nicht beobachtet wurde.

Die Studie demonstrierte, dass CBT die Zeit bis zum Rezidiv bei jungen CED-Patienten mit subklinischer Angst und/oder Depression nicht beeinflusst. Allerdings deuten explorative Analysen auf eine
positive Wirkung der CBT auf Entzündungsmarker bei pädiatrischen Patienten hin.

(je)