Kohortenstudie bestätigt Konzept der Prä-COPD9. Dezember 2024 © Graphicroyalty – stock.adobe.com (Symbolbild) Anhand von Daten aus 2 bevölkerungsbasierten Kohorten, die verschiedenen Epochen des Tabakkonsums repräsentieren, hat eine Arbeitsgruppe aus Dänemark die Hypothese geprüft, dass anfällige junge Erwachsene mit chronischer Bronchitis und leichter Lungenfunktionsstörung später im Leben eine Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickeln. Erstautor Yunus Çolak von der Klinik für Pneumologie der Universitätsklinik Kopenhagen (Dänemark) und Kollegen nahmen zufällig ausgewählte Personen ohne COPD (Alter 20–50 Jahre) aus der Copenhagen General Population Study von 2003 (n=5497) und der Copenhagen City Heart Study für die Jahre 1976–1978 (n=2609) in ihre Analyse auf. Die Nachbeobachtung in Bezug auf die Entwicklung einer COPD (1-Sekunden-Kapazität [FEV1]/forcierte Vitalkapazität [FVC] <0,70) und die Krankheitsstadien 2–4 nach Kriterien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD; zusätzlich FEV1 <80% vom Soll) umfasste 10–25 Jahre. Nach 10 Jahren hatten 28% der Personen mit einer Anfälligkeit für COPD sowie 13% mit einem GOLD-Stadium 2–4 eine solche Erkrankung entwickelt. Dem gegenüber standen 8% bzw. 1% derjenigen ohne eine COPD-Anfälligkeit. Entsprechend waren nach 25 Jahren 22% vs. 13% an COPD erkrankt und 20% vs. 8% wiesen eine COPD der GOLD-Stadien 2–4 auf. Mehr als die Hälfte der COPD-Fälle entwickelte sich aus einer Prä-COPD heraus, resümieren die Studienautoren. Im Vergleich zu Personen ohne Anfälligkeit für eine COPD betrugen die multivariabel angepassten ORs bei Personen mit einem COPD-Risiko 3,42 (95%-KI 2,78–4,21) für COPD und 10,1 (95%-KI 6,77–15,2) für die COPD-Stadien GOLD 2–4 nach 10 Jahren sowie 1,54 (95%-KI 1,23–1,93) und 2,12 (95%-KI 1,64–2,73) nach 25 Jahren. Die Leistung eines COPD-Risiko-Scores (bestehend aus dem Anfälligkeitszustand für COPD mit Rauchen und Asthma als Risikofaktoren) in Bezug auf die Vorhersage einer COPD im späteren Leben beurteilen die Forschenden als hoch. Fazit Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es den Zustand einer „Prä-COPD“ gibt, anhand dessen sich Personen mit einem erhöhten COPD-Risiko im späteren Leben erkennen lassen. (ac) Autoren: Çolak Y et al. Korrespondenz: Shoaib Afzal; [email protected] Studie: Susceptible Young Adults and Development of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Later in Life Quelle: Am J Respir Crit Care Med 2024;210(5):607–617. Web: https://doi.org/10.1164/rccm.202308-1452OC
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