Kohortenstudie: Kuhmilchallergie bei Kindern21. November 2019 © svetlana_cherruty – stock.adobe.com Die Zugabe von probiotischem Lactobacillus rhamnosus GG (LGG) zu extensiv hydrolysiertem Kasein (EHK) bei Vorliegen einer Allergie auf Kuhmilch soll die häufig zu beobachtenden gastrointestinalen Beschwerden bei Ernährung mit EHK reduzieren. L. rhamnosus ist ein probiotisches Milchsäurebakterium, das auch zur Linderung von Antibiotika-assoziierter Diarrhoe eingesetzt wird. Extensiv hydrolysierte Milchersatzprodukte weisen eine geringere Restantigenität als partiell hydrolysierte Produkte auf. EHK weisen im Gegensatz zu partiell hydrolysiertem Kasein weniger als 1% Restproteine auf.Bei der vorliegenden Kohortenstudie wurden Kinder mit einem Auftreten von Kuhmilchallergie im 1. Lebensjahr inkludiert, die nur mit EHK oder in Kombination mit LGG behandelt wurden; außerdem musste zur Inklusion gesichert sein, dass die Probanden seit mindestens 12 Monaten eine Immuntoleranz gegen Kuhmilch erworben hatten. Funktionelle gastrointestinale Störungen (FGIS) wurden in Übereinstimmung mit den Rome-III-Kriterien diagnostiziert; dies erfolgte durch Prüfer, denen vorherige Behandlungen der Probanden nicht bekannt waren. Eine Kohorte gesunder Kinder wurde als Kontrollpopulation eingesetzt. An der Studie nahmen 330 Probanden teil, jeweils 110 pro Kohorte (EHK, EHK+LGG und gesunde Kontrollprobanden). Die Rate der Individuen mit ≥1 FGIS lag in der EHK+LGG-Kohorte im Vergleich mit der EHK-Kohorte signifikant niedriger (40 % gegenüber 16,4 %; P < 0,05). In der EHK+LGG-Kohorte wurde allgemein eine niedrigere Inzidenz hinsichtlich aller Komponenten des primären Studienziels beobachtet. Die Prävalenz der FGIS lag unter der der EHK-Kohorte und etwa gleichauf mit der der EHK+LGG-Kohorte. Die Inzidenzrate für FGIS der EHK+LGG-Kohorte betrug im Vergleich zu der der EHK-Kohorte 0,40 (95%-KI, 0,25–0,65). Die Studienergebnisse bestätigen nach Ansicht der Autoren das erhöhte Risiko für FGIS bei Kindern mit Kuhmilchallergie; eine Ernährung mit EHK+LGG könne dieses Risiko reduzieren. (am)
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