Kolorektalkrebs-Risiko bleibt trotz moderner Therapien bei C. ulcerosa bestehen14. Januar 2020 Patienten mit Colitis ulcerosa haben trotz moderner Therapien ein erhöhtes Risiko, an einem Kolorektalkarzinom zu versterben. Das berichten die Autoren einer kürzlich publizierten Studie. Allerdings, sei dieses Risiko in den vergangenen Jahren zurückgegangen, ergänzt das Team schwedischer und dänischer Forscher. Ältere Untersuchungen haben gezeigt, dass Patienten mit C. ulcerosa ein erhöhtes Risiko für ein Kolorektalkarzinom haben. Für diese Patientengruppe gibt es daher Screening-Empfehlungen. Inwieweit haben neue Therapien bei C. ulcerosa dazu beigetragen, dieses Risiko zu verringern? Diese viel diskutierte Frage ist nun in der genannten Studie untersucht worden. Die große Untersuchung mit 96.000 Patienten, bei denen zwischen 1969 und 2017 eine C. ulcerosa diagnostiziert wurde, hat gezeigt, dass diese Patienten ein erhöhtes Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken und daran zu versterben. „Das Risiko für Darmkrebs ist in den vergangenen 30 Jahren erheblich gesunken. Trotzdem besitzen Patienten, die Zugang zu modernen Behandlungen gegen C. ulcerosa und zur Früherkennung von Darmkrebs hatten, immer noch ein signifikant erhöhtes Risiko“, sagt Ola Olén vom Karolinska Institutet in Solna (Schweden). Während des gesamten Untersuchungszeitraumes (1969-2017) war die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Patienten mit C. ulcerosa Darmkrebs diagnostiziert wurde, 66 Prozent höher als in der Kontrollgruppe. Die entsprechende Mortalitätsrate lag 59 Prozent höher. Für den letzten Fünfjahreszeitraum betrugen diese Zahlen jedoch 38 Prozent bzw. 25 Prozent. Die aktuelle Studie unterscheidet sich den Autoren zufolge von älteren Untersuchungen dadurch, dass sie sowohl das Tumorstadium bei der Bewertung des Krebsrisikos als auch die Mortalitätsraten berücksichtigt. Diese wurden von den Forschern mit einbezogen, um sicherzustellen, dass die Risiken nicht überschätzt wurden. Der Grund für die Untersuchung der Mortalität aufgrund von Darmkrebs und nicht nur der Inzidenz dieser Krebserkrankung ist, dass ein regelmäßiges endoskopisches Screening relativ frühe Formen von Darmkrebs erkennen könnte, die ansonsten unentdeckt bleiben würden. „Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Risiken zwar erhöht sind, es jedoch große Unterschiede zwischen den Patientengruppen gibt“, sagt Olén. Ein besonders hohes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, besteht bei Patienten mit ausgedehnter Kolitis, primärer sklerosierender Cholangitis, eine familiäre Anfälligkeit für Darmkrebs oder C. ulcerosa mit Beginn bereits im Kindesalter. Laut Mitautor Prof. Jonas F. Ludvigsson belegt die Studie, dass die Versorgung dieser Patienten noch erweitert werden muss. „Unsere Studie zeigt, dass das Screening und die Behandlung dieser Patienten wahrscheinlich weiter verbessert werden können, da Patienten mit C. ulcerosa immer noch häufiger an Dickdarmkrebs sterben“, betont er.
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