Kombinierte Erhaltungstherapie verlängert Gesamtüberleben bei fortgeschrittenem Endometriumkarzinom

Symbolbild KI-generiert mit ChatGPT.

Die Kombination aus Durvalumab und Olaparib als Erhaltungstherapie nach einer Durvalumab-haltigen Chemotherapie ist bei Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit einem längeren Gesamtüberleben verbunden. Besonders relevant sind die Ergebnisse für Patientinnen mit Mismatch-Reparatur-kompetenten (pMMR) Tumoren.

In der internationalen Phase-3-Studie DUO-E erreichten Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom unter einer Behandlung mit Durvalumab in Kombination mit Chemotherapie und anschließender Erhaltungstherapie mit Durvalumab und dem PARP-Inhibitor Olaparib ein medianes Gesamtüberleben von 51,1 Monaten. Damit lag das mediane Gesamtüberleben 11,5 Monate über dem unter alleiniger Chemotherapie mit anschließender Placebo-Erhaltungstherapie.

Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2026 von Dr. Shannon Westin, Professorin für gynäkologische Onkologie und Reproduktionsmedizin am The University of Texas MD Anderson Cancer Center, vorgestellt.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die Kombination einer Immuntherapie mit einem PARP-Inhibitor dauerhafte Überlebensvorteile für Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom bieten kann“, erklärte Westin. Besonders bedeutsam seien die Ergebnisse für Patientinnen mit pMMR-Tumoren, die den Großteil der Endometriumkarzinome ausmachen und für die bislang weniger wirksame Therapieoptionen zur Verfügung standen.

Studiendesign und Behandlungsschemata

In der Studie wurden 718 Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom randomisiert einem von drei Behandlungsschemata zugeteilt. Eine Gruppe erhielt eine alleinige Chemotherapie, gefolgt von einem Placebo in der Erhaltungsphase. Die beiden anderen Gruppen erhielten eine Chemotherapie in Kombination mit Durvalumab, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Durvalumab – wahlweise mit oder ohne Olaparib.

Die Studie hatte ihre primären Endpunkte zum progressionsfreien Überleben bereits in früheren Analysen erreicht. Die aktuelle Auswertung konzentrierte sich auf das Gesamtüberleben und die langfristige Sicherheit der Behandlungen. Dabei ergaben sich keine neuen Sicherheitssignale; das Nebenwirkungsprofil entsprach den bisherigen Beobachtungen.

Längeres Überleben und verzögerter Bedarf an Folgetherapien

Zudem berichteten die Forschenden von dauerhaften Vorteilen bei verschiedenen sekundären Endpunkten. Patientinnen, die zunächst Durvalumab in Kombination mit Chemotherapie und anschließend Durvalumab plus Olaparib erhielten, benötigten erst nach einem längeren Zeitraum eine Folgetherapie und blieben zudem länger in der laufenden Behandlung als Patientinnen, die lediglich eine Chemotherapie erhielten. Nach 36 Monaten waren 63,4 Prozent der Patientinnen im Studienarm mit Durvalumab und Olaparib noch am Leben, verglichen mit 52 Prozent der Patientinnen im Chemotherapie-Arm.

Auch bei Patientinnen mit pMMR-Tumoren beobachteten die Forschenden zusätzliche Vorteile. Diese Tumoren weisen eine intakte Mismatch-Reparatur auf und machen die Mehrheit der Endometriumkarzinome aus. Für diese Patientinnengruppe besteht ein besonderer Bedarf an wirksamen Behandlungsoptionen.

Als PARP-Inhibitor greift Olaparib in die DNA-Reparatur von Tumorzellen ein. Die Kombination mit Durvalumab könnte dazu beitragen, den therapeutischen Nutzen über verschiedene Patientinnengruppen hinweg zu erweitern.

Bedeutung für die Behandlung des Endometriumkarzinoms

Das Endometriumkarzinom ist die häufigste gynäkologische Krebserkrankung in den USA. Dort werden jährlich etwa 66.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Bei fortgeschrittener oder rezidivierender Erkrankung sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, insbesondere wenn der Tumor nach einer Erstbehandlung erneut auftritt oder metastasiert.

Die Ergebnisse der DUO-E-Studie sprechen dafür, dass eine Kombination aus Immuntherapie und zielgerichteter Erhaltungstherapie das Gesamtüberleben verlängern und den Bedarf an einer nachfolgenden Behandlung hinauszögern könnte. Die Ergebnisse unterstützen einen Ansatz, der Immuntherapie und zielgerichtete Therapie frühzeitig im Behandlungsverlauf kombiniert, bevor die Erkrankung fortschreitet. Die Forschenden werden die DUO-E-Studie fortsetzen, um eine abschließende Analyse des Gesamtüberlebens durchzuführen.

(lj/BIERMANN)