Komplementäre Facharztschiene: Niederlassung trägt Großteil der fachärztlichen Versorgung25. März 2026 Der Artikel „Doppelte Facharztschiene: Die Versorgungsbeiträge des vertragsärztlichen und des krankenhausgebundenen Strangs zu ausgewählten Parametern der fachärztlichen Versorgung“ wurde im Fachjournal „Das Gesundheitswesen“ veröffentlicht.(Symbolbild.)Foto:©wedmoments.stock-stock.adobe.com Trotz langjähriger Diskussion um die komplementäre Facharztschiene wurde bislang wenig zu den beiden Strängen geforscht. In einer aktuellen Veröffentlichung werden die Versorgungsbeiträge der beiden Stränge der komplementären Facharztschiene quantifiziert. Dabei wird klar: Die fachärztliche Versorgung in der Niederlassung trägt den Großteil der Versorgung. 96 Prozent der Standorte sind in der Niederlassung angesiedelt. 86 Prozent aller ambulanten und stationären Fälle sowie 90 Prozent aller ambulanten Fälle wurden von vertragsärztlichen Fachärztinnen und Fachärzten verantwortet. Etwas weniger als die Hälfte der Fachärztinnen und Fachärzte gehören zur ambulanten beziehungsweise vertragsärztlichen Versorgung. Eine Zentralisierung in Krankenhäusern wäre ein massiver Eingriff in die existierenden Strukturen und Prozesse. Veröffentlichung auf Basis von Sekundärdaten aus 2022 Die berufspolitische Diskussion kreist seit Jahren um die Strukturen der fachärztlichen Versorgung in Deutschland. Unter dem Begriff der komplementären respektive doppelten Facharztschiene wird die parallele Vorhaltung von fachärztlichen Versorgungsressourcen in einem vertragsärztlichen und einem krankenhausgebundenen Strang verstanden. In der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ ist der Artikel „Doppelte Facharztschiene: Die Versorgungsbeiträge des vertragsärztlichen und des krankenhausgebundenen Strangs zu ausgewählten Parametern der fachärztlichen Versorgung“ erschienen. Die Studie berichtet die Ergebnisse einer Analyse auf Basis von Sekundärdaten aus dem Jahr 2022. Zentralisierung der Facharztversorgung in Kliniken mit erheblichen Hürden verbunden Die Autoren Ursula Hahn (OcuNet Verbund), Joerg Koch (Augenzentrum am St. Franziskus Münster) und Ulrich Kellner (MVZ Augenärztliches Diagnostik- und Therapiecentrum Siegburg GmbH) stellen klar: Eine Zentralisierung der fachärztlichen Versorgung in Krankenhäusern – wie zuletzt wiederholt angedacht – wäre mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Außerdem ist die Rationale einer Zentralisierung nicht ausreichend begründet: Einerseits fehlen bislang Daten, die die Kritik an dem vertragsärztlichen Strang der doppelten Facharztschiene stützen. Andererseits werden die Vorteile der komplementären Strukturen in der wissenschaftlichen Diskussion bislang kaum berücksichtigt.
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