Komplettes Sprungbein erstmals per 3D-Druck ersetzt21. November 2025 Talustitanimplantat aus dem 3D-Drucker (Bild: Schön Klinik München Harlaching) In der Schön Klinik München Harlaching wurde am 17. November 2025 erstmals in Deutschland ein stark geschädigter Talus durch ein individuell 3D-gedrucktes Titanimplantat ersetzt, vermeldet die Klinik. Der hochkomplexe Eingriff, der von Prof. Markus Walther, Ärztlicher Direktor der Klinik und Chefarzt des Fachzentrums für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie durchgeführt wurde, eröffne Patientinnen und Patienten mit schwersten Schädigungen des Sprungbeins völlig neue Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise nach schweren Unfällen oder seltenen Medikamentennebenwirkungen. Das angewandte Verfahren basiert der Klinik zufolge auf modernster, bildgebender Diagnostik: Aus einem CT des gesunden, gegenüberliegenden Fußes wird ein exaktes Abbild des Sprungbeins erstellt und anschließend maßgeschneidert aus Titan mittels 3D gedruckt. Während des Eingriffs wird der stark geschädigte Knochen vollständig entfernt und das patientenspezifische Implantat passgenau eingesetzt. „Funktion und Lebensqualität bleiben weitgehend erhalten“ „Bislang blieb bei einem zerstörtem Talus oft nur eine Versteifung als letzte Option, mit deutlichen Einschränkungen der Funktion. Der 3D-gedruckte Talusersatz ermöglicht uns jetzt, Funktion und Lebensqualität in vielen Fällen weitgehend zu erhalten“ erklärt Prof. Walther. Das Verfahren hat der Fußspezialist während verschiedener Einsätze in Südkorea kennengelernt. Deformitäten und Nekrosen des Sprungbeins gehören medizinisch zu den komplexesten Herausforderungen im Bereich der unteren Extremität. Klassische Verfahren wie Membranimplantationen, Knochenauffüllungen oder herkömmliche Endoprothesen stoßen bei ausgedehnten Defekten oder Totalverlust des Talus an Grenzen. Mit der individuell hergestellten Titanendoprothese steht nun erstmals eine echte Alternative zur Versteifung des Rückfußes zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr, diese wegweisende Behandlung jetzt in Deutschland anbieten zu können“, sagt Klinikgeschäftsführer Tim Egger. „Für Betroffene bedeutet das einen erheblichen Fortschritt in der orthopädischen Versorgung.“ Der erste Patient, der das innovative Implantat in Deutschland erhalten hat, zeigt sich erleichtert und dankbar. „Dass ich dank des Teams der Schön Klinik München Harlaching wieder Aussicht auf einen schmerzfreien, aktiven Alltag habe, hätte ich nicht für möglich gehalten“, berichtet Martin Schlücker (60) aus dem Chiemgau. Der gesetzlich Versicherte freut sich bereits jetzt auf seine nächste Bergwanderung im kommenden Sommer.
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