Komplikationen der Sinusitis: Vor allem Jugendliche sollten engmaschig überwacht werden

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Präseptale Zellulitis und Meningitis sind nach wie vor die häufigsten Komplika­tionen einer Sinusitis bei Kindern. Zu diesem Schluss kommt ein türkisches Forscherteam, das in einer retrospektiven Studie die demo­grafischen Merkmale, Symp­tome, Laborergebnisse, Behandlungs­ansätze und Outcomes von Kindern mit Komplika­tionen infolge einer bakteriellen Sinusitis untersucht hatte.

Im „Journal of Pediatric Infectious Diseases“ empfehlen die Mediziner daher, vor allem Jugendliche mit Sinusitis engmaschig auf intrakranielle Komplikationen zu überwachen, und betonen angesichts der hohen Prävalenz von Streptococcus pneumoniae als nachgewiesenem Erreger die Bedeutung von Impfungen.

Für ihre Studie ausgewertet hatten Arife Melike Bulut Karakus  und Kollegen von der Selcuk University Faculty of Medicine in Konya, Türkei, die Daten von 54 pädiatrischen Patienten mit Sinusitis-Kompli­­­kationen, die zwischen September 2013 und Oktober 2022 stationär behandelt worden waren. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 10,8 Jahre, 61,1 Prozent waren männlich. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Patienten mit präseptaler Zellulitis (Gruppe 1) und Patienten mit orbital-intrakraniellen Komplikationen (Gruppe 2).

Die Sinusitis maxillaris war die häufigste Form (40,74 %) der Sinusbeteiligung. Die Hälfte der Patienten wies eine präseptale Zellulitis auf. Das mittlere Alter der Patienten mit intrakraniellen Komplikationen betrug 13,7 Jahre, während Patienten mit orbitalen Komplikationen im Mittel acht Jahre alt waren.

Die vorherrschende orbital-intrakranielle Komplikation war die Meningitis, die 41 Prozent der Fälle ausmachte. Alle Patienten mit einem subduralen Abszess (n=6) wiesen eine Sinusitis frontalis auf, während alle Fälle einer Sinus-cavernosus-Thrombose (n=3) infolge einer Sinusitis sphenoidalis auftraten. In 37 Prozent der Fälle mussten sich die Patienten einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Der am häufigsten nachgewiesene Erreger war S. pneumoniae. Die mediane Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 14 Tage, mit einer medianen Gesamtbehandlungsdauer von 21 Tagen. Es traten keine Todesfälle auf, allerdings wurden bei 7,4 Prozent der Patienten (n=4) neurologische Folgeerscheinungen beobachtet. (ej)