Komplikationen der Sinusitis: Vor allem Jugendliche sollten engmaschig überwacht werden12. März 2025 Foto: © Olga – stock.adobe.com Präseptale Zellulitis und Meningitis sind nach wie vor die häufigsten Komplikationen einer Sinusitis bei Kindern. Zu diesem Schluss kommt ein türkisches Forscherteam, das in einer retrospektiven Studie die demografischen Merkmale, Symptome, Laborergebnisse, Behandlungsansätze und Outcomes von Kindern mit Komplikationen infolge einer bakteriellen Sinusitis untersucht hatte. Im „Journal of Pediatric Infectious Diseases“ empfehlen die Mediziner daher, vor allem Jugendliche mit Sinusitis engmaschig auf intrakranielle Komplikationen zu überwachen, und betonen angesichts der hohen Prävalenz von Streptococcus pneumoniae als nachgewiesenem Erreger die Bedeutung von Impfungen. Für ihre Studie ausgewertet hatten Arife Melike Bulut Karakus und Kollegen von der Selcuk University Faculty of Medicine in Konya, Türkei, die Daten von 54 pädiatrischen Patienten mit Sinusitis-Komplikationen, die zwischen September 2013 und Oktober 2022 stationär behandelt worden waren. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 10,8 Jahre, 61,1 Prozent waren männlich. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Patienten mit präseptaler Zellulitis (Gruppe 1) und Patienten mit orbital-intrakraniellen Komplikationen (Gruppe 2). Die Sinusitis maxillaris war die häufigste Form (40,74 %) der Sinusbeteiligung. Die Hälfte der Patienten wies eine präseptale Zellulitis auf. Das mittlere Alter der Patienten mit intrakraniellen Komplikationen betrug 13,7 Jahre, während Patienten mit orbitalen Komplikationen im Mittel acht Jahre alt waren. Die vorherrschende orbital-intrakranielle Komplikation war die Meningitis, die 41 Prozent der Fälle ausmachte. Alle Patienten mit einem subduralen Abszess (n=6) wiesen eine Sinusitis frontalis auf, während alle Fälle einer Sinus-cavernosus-Thrombose (n=3) infolge einer Sinusitis sphenoidalis auftraten. In 37 Prozent der Fälle mussten sich die Patienten einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Der am häufigsten nachgewiesene Erreger war S. pneumoniae. Die mediane Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 14 Tage, mit einer medianen Gesamtbehandlungsdauer von 21 Tagen. Es traten keine Todesfälle auf, allerdings wurden bei 7,4 Prozent der Patienten (n=4) neurologische Folgeerscheinungen beobachtet. (ej)
Mehr erfahren zu: "RAPID: Bundesweites Register sammelt Daten aus der Intensivmedizin" RAPID: Bundesweites Register sammelt Daten aus der Intensivmedizin Im Februar 2026 ist das Projekt RAPID gestartet. Damit soll ein bundesweites Register aufgebaut werden, in dem erstmals Routinedaten aus der Erwachsenen- und Kinder-Intensivmedizin gebündelt werden.
Mehr erfahren zu: "Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird" Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) sieht den Nachwuchs im Fach durch „Second Victims“-Erfahrungen bedroht – das heißt, wenn Chirurgen nach unerwarteten OP-Komplikationen oder Behandlungsfehlern unter anhaltenden psychischen oder körperlichen […]
Mehr erfahren zu: "Zahl der Meningitis-Fälle in England steigt" Zahl der Meningitis-Fälle in England steigt Nach dem Meningitis-Ausbruch in Südengland steigen die Fallzahlen weiter. Zwei junge Menschen sind bereits gestorben. Ein Experte spricht von einem „ungewöhnlichen Ausbruch“, die Deutsche Gesellschaft für Neurologie erinnert an die […]