Konditionierte Schmerzmodulation: Bei Kniearthrose beeinträchtigt9. Dezember 2025 Bild: dragana-gordic – stock.adobe.com Patienten mit Kniearthrose scheinen eine beeinträchtigte konditionierte Schmerzmodulation, aber eine erleichterte Schmerzempfindung aufzuweisen. Dies könnte auf eine zentrale Sensibilisierung hinweisen. In einer Übersichtsarbeit verglichen Forschende aus Spanien die konditionierte Schmerzmodulation (CPM) und zeitliche Summation von Schmerz (TSP, Schmerzempfindung) bei Patienten mit Kniearthrose (KOA) im Vergleich zu schmerzfreien Kontrollpersonen. Grundlage war eine Literaturrecherche in sieben Datenbanken. Einbezogen wurden Arbeiten, die CPM/TSP bei KOA-Patienten im Vergleich zu schmerzfreien Personen gemessen haben. Zwei Gutachter beurteilten unabhängig voneinander die Eignung der Studien, bewerteten das Verzerrungspotenzial und extrahierten die Daten. Bei Behandlungsstrategien nicht nur auf nozizeptive Ursachen abzielen Von insgesamt 1943 Artikeln konnten nach der Überprüfung 19 Studien ausgewertet werden. Die meisten Studien wiesen ein moderates bis hohes Verzerrungspotenzial auf. Sehr unsichere Evidenz deutet auf eine geringere lokale CPM-Effizienz mit einer moderaten Effektstärke hin (556 Patienten und 379 Kontrollpersonen; standardisierte Mittelwertdifferenzen [SMD] -0,55; 95 %-Konfidenzintervall[KI] -0,86 bis -0,24; p=0,00). Ebenso wurde eine höhere TSP mit einer geringen Effektstärke bei einer lokalen (910 Patienten und 463 Kontrollen; SMD 0,40; 95 %-KI 0,21–0,58; p=0,00) und räumlich entfernten Bestimmung (468 Patienten und 231 Kontrollen; SMD 0,27; 95 %-KI 0,04–0,51; p=0,03) bei KOA-Patienten im Vergleich zu den schmerzfreien Kontrollen ermittelt. Patienten mit KOA scheinen eine beeinträchtigte CPM, aber eine erleichterte TSP aufzuweisen. Dies weist auf eine zentrale Sensibilisierung hin. Idealerweise sollten Ärzte daher Behandlungsstrategien anwenden, die nicht nur auf nozizeptive Ursachen abzielen, sondern auch auf Veränderungen in der zentralen Schmerzverarbeitung und Symptome im Zusammenhang mit nozizeptivem Schmerz. (je/BIERMANN)
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