Kontaktallergien: Geringere Häufigkeit unter Psoriasis-Patienten23. Januar 2019 © MohamadFaizal – fotolia.com In früheren Studien wurde bereits häufiger darauf hingewisen, dass eine umgekehrte Verbindung zwischen dem Auftreten von Kontaktallergien und Psoriasis besteht; die Ergebnisse klinischer Studien zu diesem Sachverhalt jedoch waren bislang eher inkonsistent. Untersuchungen zur Genexpression bei Menschen mit Kontaktallergien ergaben, dass besonders Nickel ein Induktor für Th1/Th17 und einige Th22-Immunantworten ist, während Duftmischungen eher eine Th2-dominierte Immunantwort befördern. Um die epidemiologischen Zusammenhänge zwischen Kontaktallergien und Schuppenflechte zu klären, unternahmen Dermatologen der Universitätsklinik Göttingen eine große, multizentrische Kohortenstudie durch und analysierten das Sensibilisierungsprofil der Probanden auf bestimmte Allergene. In der retrospektiven Analyse von 2387 Patch-getesten Patienten (aus 56 dermatologischen Fachbereichen der Jahre 1996–2015) mit Psoriasis wurden deren Merkmale mit denen von 161.989 Kontrollpatienten verglichen; Patienten mit Atopischer Dermatitis wurden von vornherein exkludiert. Das Chancenverhältnis für eine Kontaktallergie bei Psoriasis-Patienten wurde als 0,545 (95 %-Konfidenzintervall 0,501–0,593) berechnet. Eine logistische Regressionsanalyse mit verschiedenen Variablen wies auf einen „protektiven Effekt“ einer Schuppenflechtenerkrankung gegenüber den meisten Allergenen hin – unabhängig von Alter, Geschlecht, betroffener Körperregion sowie der Indikation durch den Patchtest. Der Duftstoff-Mix II (Chancenverhältnis 0,36, 95 %-Konfidenzintervall 0,50–0,59) sowie Lanolinalkohole (Chancenverhältnis 0,38) wurden als die am seltensten auftretenden Allergene bei Psoriatikern ausgemacht. Im Gegensatz dazu war die Häufigkeit einer Kontaktdermatitis auf Nickel im Vergleich zu den Kontrollen nur marginal beeinflusst (OR 0,75). Das Fazit der Autoren: Das inverse Verhältnis zwischen Psoriasis und allergischer Kontaktsensibilisierung wird wohl nicht exklusiv durch die Psoriasis selbst vermittelt. Die Polarisierung der aktivierten Immunantwort durch spezifische Allergene könnte das Auftreten sowie die Signifikanz von Kontaktallergien (bei zugrundeliegenden immunvermittelten Erkrankungen) beeinflussen, möglicherweise auch über die Haut hinaus.
Mehr erfahren zu: "Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene" Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene Eine Studie am Mausmodell zeigt den Einfluss von Mikroplastik-Partikeln auf Immunantwort und Entzündungen der Atemwege: Die Partikel bleiben in der Lunge der Mäuse und kann die Allergie-Immunreaktion verändern.
Mehr erfahren zu: "Diabetes und Sommerhitze: Warum Barfußlaufen gefährlich werden kann" Diabetes und Sommerhitze: Warum Barfußlaufen gefährlich werden kann Mit nackten Füßen über warmen Sand laufen, durchs Gras spazieren oder auf der Terrasse barfuß die Sonne genießen: Was für die meisten selbstverständlich zum Sommer gehört, kann für Menschen mit […]
Mehr erfahren zu: "Melanom: Catestatin reduziert Tumorwachstum im Mausmodell" Melanom: Catestatin reduziert Tumorwachstum im Mausmodell Forschende der University of California San Diego (USA) identifizieren eine neue potenzielle Therapie, die das Wachstum des Melanoms verlangsamen und Arzneimittelresistenz umkehren könnte.