Kontaktekzeme durch Gummihandschuhe

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Seit der Umstellung des Einsatzes von Latexhandschuhen auf solche aus synthetischem Gummi, hat die Häufigkeit von Kontaktekzemen bei Beschäftigten des Gesundheitswesens signifikant zugenommen.

Das in diesem Zusammenhang am häufigsten auftretende Allergen ist die Substanz Diphenylguanidin, die in der Produktion als Vulkanisationsbeschleuniger Verwendung findet.

Ziel der vorliegenden Studie belgischer Dermatologen war der Nachweis, dass es sich bei Diphenylguanidin um den Inhaltsstoff handelt, der beim Gebrauch von Gummihandschuhen die Kontaktallergie auslöst; außerdem sprechen die Autoren Empfehlungen für eine Ausweitung der Patch-Test-Serien aus und diskutieren Alternativen zu den fraglichen Gummihandschuhen.

Die Autoren bedienten sich für die Studie an Daten aus Patch-Tests, die sie bei 44 Mitarbeitern ihrer Klinik durchführten; diese Probanden hatten nach Verwendung von Gummihandschuhen Kontaktekzeme entwickelt und reagierten positiv auf Proben dieses Handschuhtyps sowie auf Additive, die bei der Herstellung von Gummi Anwendung finden. Die Daten wurden über den Zeitraum von September 2010 bis Dezember 2017 erhoben.

Die Patch-Tests führten zu folgenden Ergebnissen: 84 % der Studienpopulation reagierte positiv auf den Carba-Mix; 86 % reagierten positiv auf Diphenylguanidin; 30 % reagierten positiv auf den Thiuram-Mix. Etwa die Hälfte der Probanden regierte positiv auf Handschuhproben, die Diphenylguanidin enthielten; keiner der Probanden reagierte positiv auf Handschuhe, die keinen Vulkanisationsbeschleuniger enthielten.
Fazit: Als das am häufigsten auftretende Allergen wurde Diphenylguanidin identifiziert. Sensibilisierungen wurden hierbei weit häufiger bebachtet als bei den Thiuramen, die bislang als die stärksten sensibilisierenden Inhaltsstoffe beschrieben werden.

Die Autoren empfehlen, dass Diphenylguanidin in die Patch-Tests der European Baseline Serie aufgenommen wird. (am)